Die stoische Disziplin des Begehrens

Nur wollen, was einem selbst gehört, und darin ruhen

Was ist die stoische Disziplin des Begehrens?

Pierre Hadot identifizierte die „Disziplin des Begehrens“ als eine der drei stoischen geistigen Übungen: sich darin trainieren, nur das zu begehren, was in der eigenen Macht liegt (Tugend, die eigenen Urteile und Reaktionen), und dem gegenüber gleichgültig zu sein, was es nicht ist. Die Praxis zielt auf die Wurzel der meisten menschlichen Leiden – das Verlangen nach Dingen außerhalb der eigenen Kontrolle – statt auf ihre Symptome.

Pierre Hadots Lesart des Stoizismus – insbesondere seine Analyse von Marcus Aurelius und Epiktet – enthüllte, dass die Stoiker nicht in erster Linie eine zu verstehende Philosophie lehrten, sondern ein Set von Übungen, die praktiziert werden sollten. Die Disziplin des Begehrens ist eine der drei stoischen Disziplinen, die Hadot identifizierte: Sie trainiert den Übenden, das Begehren mit dem in Einklang zu bringen, was wirklich in seiner Macht liegt, und beseitigt so das chronische Leiden, das aus dem Wollen dessen entsteht, was es nicht ist. Das ist keine Gleichgültigkeit gegenüber dem Leben, sondern eine präzise Umlenkung des Wollens auf den einen Bereich, in dem Erfüllung immer verfügbar ist: den eigenen Charakter und die eigene Reaktion.

Übungen

Übe das mit IX Coach

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