Die Pythagoreische Abendrückschau

Die alte nächtliche Praxis ehrlicher Selbstprüfung

Was ist die pythagoreische Abendrückschau?

Die pythagoreische Abendrückschau ist eine alte Praxis strukturierter nächtlicher Selbstprüfung, rekonstruiert von Pierre Hadot und anderen aus pythagoreischen und stoischen Quellen. Sie besteht darin, den Tag in drei Fragen zu überprüfen – wo bist du fehlgegangen, was ist dir gelungen, was bleibt offen – und war eine grundlegende Praxis der Selbstentwicklung von der Antike über die Stoiker und Montaigne bis zum modernen strukturierten Journaling.

Die pythagoreische philosophische Gemeinschaft verlangte von ihren Mitgliedern, jeden Tag vor dem Schlaf zu überprüfen: eine strukturierte Bilanz dessen, was sie getan hatten, wo sie falsch lagen und was sie anders machen würden. Die Praxis wurde in den Stoizismus aufgenommen (Seneca beschreibt sie ausführlich), von Montaigne genutzt und taucht wieder in Benjamin Franklins täglicher Verfolgung auf. Der gemeinsame Faden: eine ehrliche, strukturierte Selbstprüfung, die im Lauf der Zeit ein verlässliches Selbstbild aufbaut – weder Selbstbestrafung noch Selbstbeglückwünschung, sondern Kalibrierung. Nachfolgend die Praktiken, die diese Tradition konstituieren und erweitern.

Übungen

Übe das mit IX Coach

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