Entscheidungen nach Prozess beurteilen, nicht nach Ergebnis

Eine Entscheidung nach der Qualität der Überlegung zum Zeitpunkt beurteilen, nicht nach dem, was passiert ist.

Why it works

Ergebnisverzerrung — eine enge Verwandte des Rückschaufehlers — führt dazu, dass Menschen dieselbe Entscheidung als gut oder schlecht bewerten, rein je nachdem, ob sie funktioniert hat, selbst wenn der Entscheidungsprozess identisch war. Das erzeugt perverses Lernen: Glückliche Entscheidungen werden verstärkt, unglückliche gute werden bestraft, und keine der beiden Lektionen spiegelt wider, wie man unter Unsicherheit tatsächlich gut entscheidet.

How to do it

  1. Nach jedem bedeutsamen Ergebnis explizit rekonstruieren: Welche Information war zum Entscheidungszeitpunkt verfügbar?
  2. Fragen, ob der Denkprozess angesichts dieser Information solide war — nicht, ob er ein gutes Ergebnis produzierte.
  3. Das Urteil über die Entscheidung vom Urteil über das Ergebnis trennen; beide festhalten.
  4. Guten Prozess auch bei schlechten Ergebnissen verstärken, und gute Ergebnisse auf Fehler mit glücklichem Prozess hin prüfen.

Evidenz

Forschung zur Ergebnisverzerrung zeigt, dass Menschen denselben Entscheidungsprozess zuverlässig härter beurteilen, wenn er zu einem schlechten Ergebnis führt, selbst wenn die Entscheidung identisch war. Dies ist in Laborumgebungen gut etabliert. (observational)

Labordemonstrationen sind robust; die Veränderung realer Bewertungspraktiken in Organisationen ist schwieriger und weniger untersucht. Menschen, die über Ergebnisverzerrung Bescheid wissen, zeigen sie dennoch, wenn sie ihre eigenen Entscheidungen beurteilen.

Quellen

Häufiger Fehler

Annehmen, dass ein gutes Ergebnis beweist, die Entscheidung sei gut gewesen — dies ist die häufigste Art, wie sich Rückschau- und Ergebnisverzerrung verstärken. Das Ergebnis kann auf Glück gebautes Vertrauen sein.

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