Können von Glück in Ergebnissen unterscheiden

Nach jedem Ergebnis einschätzen, wie viel davon in deiner Kontrolle lag versus vom Zufall bestimmt wurde.

Why it works

Der Rückschaufehler bläht die scheinbare kausale Rolle von Handlungen und Entscheidungen bei einem Ergebnis auf. In unsicheren Bereichen — Investieren, Einstellen, Vorhersagen — spielt Glück eine größere Rolle, als Erfahrung nahelegt, weil das Feedback verrauscht ist: Dieselbe Handlung produziert je nach Faktoren außerhalb der eigenen Kontrolle unterschiedliche Ergebnisse. Die Glückskomponente explizit einzuschätzen verhindert, dass du Ergebnisse übermäßig Können (oder Schuld) zuschreibst.

How to do it

  1. Nach jedem bedeutsamen Ergebnis aufschreiben: Welche Faktoren lagen in meiner Kontrolle, und welche außerhalb?
  2. Grobe Anteile zuweisen (z. B. „60 % Ausführung, 40 % Marktbedingungen, die ich nicht vorhersehen konnte“).
  3. Fragen, ob sich die Anteile verschieben würden, wenn das Ergebnis umgekehrt gewesen wäre — wenn ja, leistet Glück mehr Arbeit, als du dachtest.
  4. Dies als Input für die nächste Entscheidung nutzen, nicht als Ausrede oder Prahlerei.

Evidenz

Die Zerlegung von Können und Glück ist ein gut etabliertes Konzept in der Entscheidungsforschung, besonders in Bereichen mit hoher Ergebnisvarianz. Sie zu unterscheiden verhindert sowohl Selbstüberschätzung als auch ungerechte Schuldzuweisung. (mechanistic)

Die Einschätzung des Glücksanteils ist notwendigerweise ein Urteil ohne Grundwahrheit; der Wert liegt in der Gewohnheit zu fragen, nicht in der Genauigkeit der Zahl.

Häufiger Fehler

Glückszuschreibung selektiv nutzen — Können für Erfolge gutschreiben und Glück für Misserfolge — was das Gegenteil von Kalibrierung produziert. Glück wirkt in beide Richtungen.

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