Mehrere Routen zum Ziel generieren
Mindestens zwei tragfähige Wege kartieren, bevor man beginnt — Hindernisse blockieren Ein-Weg-Denker vollständig.
Why it works
Wege-Denken ist die Komponente der Hoffnung, die hoffnungsvolle von wunschdenkenden Menschen unterscheidet: Hoffnungsvolle Menschen generieren mehrere tragfähige Routen zu einem Ziel, was bedeutet, dass, wenn ein Weg blockiert ist, bereits ein anderer bekannt ist. Das ist kein Optimismus darüber, ob Hindernisse auftreten werden — es ist Vorbereitung, damit sie das Vorhaben nicht beenden, wenn sie auftreten.
How to do it
- Mindestens drei verschiedene Ansätze zum gleichen Ziel auflisten.
- Für jeden Ansatz ein wahrscheinliches Hindernis und mindestens eine Umgehung identifizieren.
- Wenn dir nur ein Ansatz einfällt, das als Signal behandeln, Information oder Rat einzuholen.
- Die Wegeliste aktualisieren, wenn sich Umstände ändern — Wege-Denken ist iterativ.
Evidenz
Snyders Hoffnungsskala (die Wege- und Agency-Subskalen getrennt misst) wurde in vielen Beobachtungsstudien genutzt, die höhere Wege-Werte mit Durchhaltevermögen und Ergebnissen verknüpfen. Interventionsforschung zum Aufbau von Wege-Denken in Coaching-Kontexten zeigt vielversprechende Ergebnisse. (observational)
Die meiste Evidenz, die Hoffnung mit Ergebnissen verknüpft, ist korrelativ. Wege-Denken ist der von Snyder vorgeschlagene Mechanismus, aber ihn in experimentellen Designs von Agency-Denken zu isolieren ist schwierig.
Quellen
- Snyder et al. (1991), The will and the ways: development and validation of an individual-differences measure of hope, Journal of Personality and Social Psychology
- Snyder, C. R., Harris, C., Anderson, J. R., Holleran, S. A., Irving, L. M., Sigmon, S. T., Yoshinobu, L., Gibb, J., Langelle, C., & Harney, P. (1991). The will and the ways: Development and validation of an individual-differences measure of hope. Journal of Personality and Social Psychology, 60(4), 570–585.
Häufiger Fehler
Einen Weg generieren, auf ein Hindernis stoßen und schlussfolgern, das Ziel sei unerreichbar — dabei war das eigentliche Versagen, keinen zweiten Weg bereit gehabt zu haben, bevor die Barriere auftauchte.
Übe das mit IX Coach
More practices for Hoffnungstheorie: Agency, Wege und aus dem Feststecken herauskommen
- Das Ziel so konkret klären, dass man Wege dorthin planen kann
Hoffnung braucht ein hinreichend klares Ziel, damit Wege kartiert werden können; ein vager Wunsch kann Wege-Denken nicht verankern.
- Agency-Denken durch kleine Erfolge aufbauen
Agency — der Glaube, dass du dich auf das Ziel zubewegen kannst — wird durch Tun wiederaufgebaut, nicht durch Entscheiden.
- Hindernisse antizipieren, bevor sie auftreten
Hoffnungsvolles Denken beinhaltet, Barrieren zu erwarten und Reaktionen zu planen — es ist kein unkritischer Optimismus.
- Ins Stocken geratene Ziele als Umwege umrahmen, nicht als Scheitern
Wenn ein spezifischer Weg scheitert, zwischen dem Scheitern des Wegs und der Unmöglichkeit des Ziels unterscheiden.
- Deine Zielhierarchie kartieren
Identifizieren, welche Ziele welchen übergeordneten Werten dienen, damit gescheiterte Wege den Sinn nicht bedrohen.
- In dunklen Momenten minimale Wege nutzen
In der Krise reicht ein kleiner, überschaubarer Weg vorwärts — die Hoffnungstheorie skaliert nach unten.
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