Vorabverpflichtungen nutzen, um zukünftiges Verhalten aus einer geduldigen Warte festzulegen

Nimm dir die Option zum Ausbrechen, wenn die Versuchung am größten ist, indem du dich schon vorab bindest, bevor die Gegenwartsverzerrung aktiv wird.

Why it works

Vorabverpflichtung funktioniert, indem sie die Möglichkeit entfernt, im Moment der größten Versuchung abzuweichen. Thalers und Benartzis Save-More-Tomorrow-Programm (2004) ließ Arbeitnehmer zukünftige Gehaltserhöhungen der Altersvorsorge zuweisen — weil die Verpflichtung im Voraus getroffen wird, hat die Gegenwartsverzerrung noch nicht eingesetzt. Dieselbe Logik gilt fürs Löschen von Social-Media-Apps vom Handy, das Vereinbaren von Trainingsterminen mit einem Partner oder das Nutzen eines Commitment-Contract-Dienstes. Entscheidend ist, im geduldigen Zustand zu handeln, um den impulsiven Zustand einzuschränken.

How to do it

  1. Identifiziere ein Verhalten, das du konsequent nicht durchhältst.
  2. Gestalte eine Einschränkung, die ein Abweichen teuer oder unmöglich macht: Websites sperren, mit einem Partner verabreden, einen Commitment-Contract-Dienst nutzen.
  3. Aktiviere die Einschränkung, bevor die Versuchung da ist (z. B. sonntags planen, nicht mittwochmorgens).
  4. Halte die Vorabverpflichtung in IX Coach als aktiven Verhaltensvertrag fest.

Evidenz

Thaler und Benartzi (2004) führten eine kontrollierte Studie durch, die zeigte, dass Save More Tomorrow die Sparquote deutlich erhöhte. Ariely und Wertenbroch (2002) zeigten, dass Studierende, die sich selbst Fristen setzten, bei Aufgaben besser abschnitten. Robuste Evidenz in finanziellen und akademischen Bereichen. (rct)

Vorabverpflichtung funktioniert am besten bei Verhaltensweisen mit klarer Auslöser-Reaktions-Struktur; bei komplexen Aufgaben, die adaptives Urteilsvermögen erfordern, können starre Vorabverpflichtungen nach hinten losgehen, weil sie nötige Flexibilität entziehen.

Quellen

  • Thaler, R.H., & Benartzi, S. (2004). Save More Tomorrow: Using behavioral economics to increase employee saving. Journal of Political Economy, 112(S1), S164–S187.
  • Ariely, D., & Wertenbroch, K. (2002). Procrastination, deadlines, and performance. Psychological Science, 13(3), 219–224.

Häufiger Fehler

Eine Vorabverpflichtung einrichten, aber leichte Umgehungsmöglichkeiten einbauen — die Einschränkung funktioniert nur, wenn die Kosten des Abweichens real sind. Eine Verpflichtung, die du mühelos rückgängig machen kannst, ist bloß eine Erinnerung.

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