Die richtige Struktur einer Ich-Botschaft nutzen

„Ich fühle [Gefühl], wenn [konkrete beobachtbare Situation], weil [warum es mir wichtig ist].“

Why it works

Die dreiteilige Struktur ist aus unterschiedlichen Gründen wichtig. Das Gefühlswort beschreibt deinen inneren Zustand — der nicht widerlegbar ist — statt eine Behauptung über die andere Person, mit der sie streiten kann. Die konkrete Situation verankert die Aussage in etwas Beobachtbarem statt in einem Muster oder Charakterurteil. Das „weil“ benennt dein Bedürfnis oder deinen Wert, worauf die andere Person konstruktiv reagieren kann: Sie kann verstehen, warum es wichtig ist, auch wenn sie mit dem Verhalten nicht einverstanden ist. Ohne die Struktur verschwimmen die Bestandteile ineinander, und der Abwehrreiz kehrt zurück.

How to do it

  1. Fülle die Vorlage explizit aus, bevor ein schwieriges Gespräch stattfindet: „Ich fühle [Gefühlswort], wenn [konkretes beobachtbares Ereignis], weil [was es für mich berührt].“
  2. Nutze ein einzelnes Gefühlswort (ängstlich, verletzt, frustriert, einsam) statt „Ich finde, dass …“ oder „Ich habe das Gefühl, dass …“
  3. Mach die Situation beobachtbar: Sie sollte beschreiben, was eine Kamera aufgezeichnet hätte, nicht deine Interpretation der Absicht.
  4. Mach das „weil“ zu etwas über deine Erfahrung, nicht über die Schuld der anderen Person.

Evidenz

Ich-Botschaften wurden von Thomas Gordon auf Basis rogerianischer Prinzipien der Selbstoffenbarung entwickelt. Die Begründung — dass das Beschreiben des eigenen inneren Zustands weniger bedrohlich wirkt als das Bewerten der anderen Person — ist konsistent mit Forschung zu Abwehr und Bedrohungsreaktion. (clinical)

Formal eher eine etablierte klinische Praxis als eine RCT-bewiesene Technik; direkte experimentelle Studien zu Ich-Botschaften sind begrenzt. Die Wirksamkeit hängt auch stark von der Ausführung ab — eine schlecht formulierte Ich-Botschaft kann nach hinten losgehen.

Quellen

  • Gordon, T. (1970). Parent Effectiveness Training. Wyden.

Häufiger Fehler

„Ich finde, dass du …“ ist keine Ich-Botschaft. Das Wort „dass“ signalisiert ein folgendes Urteil, kein folgendes Gefühl. Das Gefühlswort muss direkt auf „Ich fühle“ folgen.

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