Lernurteile: Warum du falsch einschätzt, was du gelernt hast

Die Wissenschaft der metakognitiven Vorhersagegenauigkeit und wie man sie verbessert

Was sind Lernurteile beim Lernen?

Lernurteile (Judgments of Learning, JOLs) sind unmittelbare Vorhersagen darüber, wie gut man sich Informationen später merken wird. Thomas Nelsons Forschung zeigte, dass JOLs oft ungenau sind – nach oben verzerrt durch die aktuelle Verarbeitungsflüssigkeit –, was dazu führt, dass Lernende Inhalte vorzeitig als „gelernt“ erklären und Material unterschätzen, das sie später vergessen werden. Verzögerte JOLs und abrufbasierte Checks liefern genauere Vorhersagen und bessere Verteilung der Lernzeit.

Jeder Lernende trifft ständig Urteile über sein eigenes Lernen: „Das habe ich drauf“, „Das muss ich wiederholen“, „Mit diesem Kapitel bin ich fertig.“ Thomas Nelson und Kollegen verbrachten Jahrzehnte damit zu untersuchen, wie genau diese Urteile sind und, wichtiger noch, was sie falsch macht. Die Antwort: JOLs sind stark davon kontaminiert, wie leicht sich das Material gerade jetzt anfühlt, was aktuelle Zugänglichkeit vorhersagt, aber nicht zukünftigen Abruf. Die praktische Konsequenz ist systematisches Überlernen leichten Materials und Unterlernen schwierigen Materials, das vergessen wird.

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