Lazarus’ Bewertungstheorie, praktisch gemacht

Primäre Bewertung, sekundäre Bewertung, und die zwei Orte, an denen Stress entsteht – und aufgelöst werden kann

Stressbewertungstheorie: Lazarus’ Modell erklärt

Die Stressbewertungstheorie, entwickelt von Richard Lazarus, besagt, dass Stress und Emotion keine direkten Produkte von Ereignissen sind, sondern davon, wie wir sie bewerten – zuerst, ob sie wichtig sind (primäre Bewertung), und dann, ob wir bewältigen können (sekundäre Bewertung). Dasselbe Ereignis kann je nach diesen beiden Einschätzungen völlig unterschiedliche emotionale Reaktionen erzeugen, und beide können bewusst untersucht und verschoben werden.

Richard Lazarus’ und Susan Folkmans transaktionales Stressmodell, entwickelt über Jahrzehnte der Forschung in Berkeley, fasste Stress als Beziehung zwischen einer Person und ihrer Umgebung neu – nicht als Eigenschaft von einem der beiden allein. Ein Tiger ist nur stressig, wenn es zählt und du nicht entkommen kannst; ein Vorstellungsgespräch ist nur stressig, wenn dir das Ergebnis wichtig ist und du an deinen Mitteln zweifelst. Jede stressige Emotion durchläuft zwei Bewertungen. Diese beiden Bewertungen zu verstehen und mit ihnen zu arbeiten ist der Kern evidenzbasierten Stress- und Emotionsmanagements.

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