Lazarus’ Bewertungstheorie, praktisch gemacht
Primäre Bewertung, sekundäre Bewertung, und die zwei Orte, an denen Stress entsteht – und aufgelöst werden kann
Stressbewertungstheorie: Lazarus’ Modell erklärt
Die Stressbewertungstheorie, entwickelt von Richard Lazarus, besagt, dass Stress und Emotion keine direkten Produkte von Ereignissen sind, sondern davon, wie wir sie bewerten – zuerst, ob sie wichtig sind (primäre Bewertung), und dann, ob wir bewältigen können (sekundäre Bewertung). Dasselbe Ereignis kann je nach diesen beiden Einschätzungen völlig unterschiedliche emotionale Reaktionen erzeugen, und beide können bewusst untersucht und verschoben werden.
Richard Lazarus’ und Susan Folkmans transaktionales Stressmodell, entwickelt über Jahrzehnte der Forschung in Berkeley, fasste Stress als Beziehung zwischen einer Person und ihrer Umgebung neu – nicht als Eigenschaft von einem der beiden allein. Ein Tiger ist nur stressig, wenn es zählt und du nicht entkommen kannst; ein Vorstellungsgespräch ist nur stressig, wenn dir das Ergebnis wichtig ist und du an deinen Mitteln zweifelst. Jede stressige Emotion durchläuft zwei Bewertungen. Diese beiden Bewertungen zu verstehen und mit ihnen zu arbeiten ist der Kern evidenzbasierten Stress- und Emotionsmanagements.
Übungen
- Führ eine primäre Bewertungsprüfung durch
Bevor du annimmst, eine Situation sei stressig, frag: Bedroht, schädigt oder fordert das tatsächlich etwas heraus, das mir wichtig ist?
- Sekundäre Bewertung: Was sie ist und wie man sie nutzt
Sekundäre Bewertung ist Lazarus’ Begriff für deine Einschätzung, ob du einen Stressor bewältigen kannst – und der gestresste Verstand unterschätzt meist, was du hast.
- Wende problemorientierte Bewältigung auf veränderbare Stressoren an
Wenn der Stressor veränderbar ist, richte deine Energie auf die Situation, statt Gefühle darüber zu managen.
- Wende emotionsorientierte Bewältigung auf unkontrollierbare Stressoren an
Wenn der Stressor nicht verändert werden kann, investiere deine Energie darin, wie du dich zur Erfahrung verhältst, statt gegen die Situation zu kämpfen.
- Bewerte die Bedeutung des Stressors neu
Ändere, was das Ereignis bedeutet – nicht um es zu verharmlosen, sondern um es in einem Rahmen zu halten, der Funktionieren ermöglicht.
- Nutze positive Neubewertung und Nutzenfindung bewusst
Nach echtem Wachstum oder Nutzen in einer schwierigen Erfahrung zu suchen ist eine echte Bewältigungsstrategie mit einer biologischen Kosten-Nutzen-Rechnung, die funktioniert.
- Nutze Bewertungs-Journaling, um stressige Ereignisse nachzubesprechen
Beide Bewertungsschritte nach einem stressigen Ereignis niederzuschreiben festigt das Gelernte und verringert das verbleibende emotionale Gewicht des Ereignisses.
Übe das mit IX Coach
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