Abrufübung (Testen zum Lernen)

Prüfe dich selbst, um zu lernen, nicht nur um zu checken, was du schon weißt.

Why it works

Informationen aus dem Gedächtnis herauszuholen, stärkt sie weit mehr, als sie durch erneutes Lesen wieder hineinzugeben, weil Abruf die Gedächtnisspur rekonsolidiert und verstärkt und sie später leichter zugänglich macht. Jeder erfolgreiche, anstrengende Abruf ist selbst ein starkes Lernereignis, nicht nur eine Messung. Deshalb sollte Testen ein Lernwerkzeug sein, nicht nur eine Bewertung.

How to do it

  1. Schließe nach dem Lernen das Material und schreibe alles auf, an das du dich erinnern kannst.
  2. Nutze Karteikarten oder Übungsfragen, die Produktion erzwingen, nicht bloßes Wiedererkennen.
  3. Teste dich, bevor du dich bereit fühlst; die Schwierigkeit ist die Quelle des Nutzens.

Evidenz

Der Testeffekt gehört zu den am häufigsten replizierten Befunden der kognitiven Psychologie: Über viele kontrollierte Experimente und Metaanalysen hinweg erzeugt Abrufübung wesentlich bessere Langzeitbehaltung als das erneute Studieren desselben Materials. Eine Metaanalyse von 118 Übungstest-Studien (Adesope et al., 2017) bestätigt einen robusten mittleren bis großen Nutzen, der über Formate, Fächer und Lernendengruppen hinweg gilt. (rct)

Abruf hilft am meisten, wenn er anstrengend, aber größtenteils erfolgreich ist; bei Material, das viel zu schwer ist, sind erst etwas Studium oder Hinweise nötig, bevor sich Testen auszahlt.

Quellen

Häufiger Fehler

Erneutes Lesen und Markieren, weil es ein beruhigendes Gefühl der Geläufigkeit erzeugt, dann diese Wiedererkennung mit der Fähigkeit zu verwechseln, das Material abzurufen, wenn es zählt.

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