Deine Schätzung abschlagen, um eine Marge zu schaffen

Wenn du denkst, etwas ist X wert, verpflichte dich nur mit einem bedeutsamen Abschlag zu X.

Why it works

Deine Schätzung ist nicht die Wahrheit — sie ist eine Vermutung mit Fehlerbereich. Genau bei deinem geschätzten Wert zu handeln bedeutet, dass du im Durchschnitt nur richtig liegst, wenn deine Schätzung unverzerrt ist, und nur sicher, wenn deine Schätzung auch perfekt genau ist. Abschlagen schafft einen Puffer, der Schätzfehler absorbiert, ohne Schaden zu verursachen. Beim Investieren ist das die Preis-Wert-Lücke; bei Entscheidungen allgemein ist es die Differenz zwischen deiner Schätzung und dem, wozu du dich tatsächlich verpflichtest.

How to do it

  1. Schätze den Wert oder die Machbarkeit einer Option.
  2. Frage: Wie sehr könnte ich vernünftigerweise irren? Schätze einen plausiblen Fehlerbereich.
  3. Verpflichte dich nur, wenn die Handlung selbst am pessimistischen Ende deines Fehlerbereichs lohnenswert ist.
  4. Reserviere den Ansatz ohne Marge für Situationen, in denen du es dir wirklich nicht leisten kannst zu warten.

Evidenz

Grahams Sicherheitsmarge ist das grundlegende Konzept des Value-Investing; ihre Logik ist im Einklang mit Bayesschem Denken unter Ungewissheit und mit dem allgemeinen Prinzip, bei günstigem Erwartungswert angesichts von Schätzungenauigkeit zu handeln. (mechanistic)

Beim Investieren ist die Sicherheitsmarge gut formalisiert; bei Alltagsentscheidungen ist der „Abschlag“ schwerer zu quantifizieren und das Prinzip muss qualitativer angewendet werden.

Quellen

  • Graham (1949), The Intelligent Investor — margin of safety as central concept

Häufiger Fehler

Deine Schätzung als präzise genug zu behandeln, dass die Sicherheitsmarge unnötig ist — die Marge wird genau deshalb gebraucht, weil Schätzungen ungenau sind.

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