Beurteile dein Lernen erst nach einer Verzögerung, nicht sofort

Schätze einen Tag später ein, wie gut du etwas kennst, wenn die Vertrautheit nachgelassen hat.

Why it works

Direkt nach dem Lernen ist alles frisch, sodass eine Vertrauenseinschätzung vor allem kurzfristige Vertrautheit misst und die spätere Erinnerung stark überschätzt. Wartet man, bis der Stoff teilweise verblasst ist, entsteht ein Urteil, das auf tatsächlichem Abruf basiert und die langfristige Behaltensleistung deutlich genauer widerspiegelt. Die Verzögerung entfernt die Verarbeitungsflüssigkeit, die die unmittelbare Selbsteinschätzung täuscht.

How to do it

  1. Bewerte deine Beherrschung nicht sofort nach dem Lernen.
  2. Warte mindestens einen Tag, dann schätze für jedes Element ein, wie gut du es kennst, bevor du es wiederholst.
  3. Vertraue diesen verzögerten Einschätzungen mehr als den optimistischen direkt nach dem Lernen.

Evidenz

Forschung zeigt, dass verzögerte Lernurteile die spätere Testleistung deutlich genauer vorhersagen als unmittelbare, weil unmittelbare Urteile durch kurzfristige Verarbeitungsflüssigkeit und Vertrautheit verzerrt sind. Die ursprüngliche Demonstration dieses "Delayed-JOL-Effekts" zeigte, dass Urteile nach einer Pause zu äußerst genauen Vorhersagen späteren Abrufs werden können, was die Verzögerung selbst als Ursache isoliert. (rct)

Verzögerte Urteile sind genauer, aber nicht unfehlbar, und erfordern die Disziplin, tatsächlich zu warten, statt zu bewerten, während der Stoff noch frisch wirkt.

Quellen

Häufiger Fehler

Die eigene Beherrschung unmittelbar nach dem Lernen zu bewerten und dann dieser überhöhten Zahl zu vertrauen, um sich für fertig zu erklären — obwohl sie größtenteils flüchtige Vertrautheit widerspiegelt.

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