Dezentrierung: "Gedanken sind keine Fakten"

Behandle Gedanken als zu beobachtende mentale Ereignisse, nicht als Wahrheiten über dich selbst oder deine Situation.

Why it works

Bei Depression fühlen sich negative Gedanken wie genaue Beschreibungen der Realität an ("Ich bin wertlos"). Dezentrierung verschiebt die Beziehung so, dass Gedanken als vorübergehende mentale Ereignisse beobachtet werden: "Ich bemerke einen Gedanken, dass ich wertlos bin." Das bestreitet nicht den Inhalt des Gedankens; es verändert die Bindung an ihn. Forschung zeigt, dass Dezentrierung den präventiven Effekt von MBCT vermittelt — Menschen, die stärker dezentrieren, zeigen weniger Rückfälle.

How to do it

  1. Taucht ein starker negativer Gedanke auf, stelle ihm voran: "Ich habe den Gedanken, dass..."
  2. Bemerke den Gedanken als Ereignis im Geist, ähnlich einer Körperempfindung.
  3. Frage: "Ist dieser Gedanke ein Fakt, oder ist er ein Gedanke, der sich wie ein Fakt anfühlt?"
  4. Kehre zu einem sensorischen Anker zurück (Atem, Füße), statt mit dem Inhalt zu streiten.

Evidenz

Dezentrierung wird in Prozessforschung als primärer Mechanismus von MBCT identifiziert. Zunahmen der Dezentrierungswerte über das 8-Wochen-Programm vermitteln Reduktionen depressiver Rückfälle. Das ist einer der spezifischeren Mechanismusbefunde in der MBCT-Literatur. (observational)

Mediationsanalyse zeigt Assoziation, keine experimentelle Isolierung von Dezentrierung als aktivem kausalem Bestandteil.

Quellen

  • Bieling et al. (2012), treatment specificity in mindfulness-based cognitive therapy, Journal of Consulting and Clinical Psychology

Häufiger Fehler

Dezentrierung in ein Streitgespräch mit dem Gedanken zu verwandeln ("Das stimmt nicht, ich bin nicht wertlos") — das hält den Geist mit dem Inhalt beschäftigt, statt die Beziehung dazu zu verändern.

Übe das mit IX Coach

Mit IX Coach starten

More practices for Achtsamkeitsbasierte kognitive Therapie (MBCT), praktisch erklärt

Verwandte Konzepte