Identifiziere den Handlungsdrang
Benenne genau, wozu die Emotion dich drängt, damit du das Gegenteil wählen kannst.
Why it works
Jede Emotion trägt eine eingebaute Handlungstendenz, und du kannst nicht umkehren, was du nicht benannt hast. Den Drang explizit zu machen („Angst will, dass ich absage“, „Wut will, dass ich eine Nachricht abfeuere“) verwandelt einen automatischen Zug in ein sichtbares Ziel, dem du bewusst entgegenwirken kannst.
How to do it
- Benenne nach dem Benennen der Emotion ihren Drang in konkreten Verhaltensbegriffen.
- Sei konkret darüber, was du tun würdest, wenn du ihm einfach gehorchen würdest.
- Halte diesen Drang als das fest, wozu du gerade das Gegenteil tun wirst.
Evidenz
Die Verbindung zwischen spezifischen Emotionen und charakteristischen Handlungstendenzen ist in der Emotionstheorie gut etabliert, und den Drang zu identifizieren ist der Angelpunkt der DBT-Opposite-Action-Fertigkeit. Starke Fundierung. (clinical)
Handlungstendenzen sind allgemeine Muster; der genaue Drang einer Person kann variieren, benenne also deinen eigenen statt den aus dem Lehrbuch anzunehmen.
Häufiger Fehler
Beim vagen Gefühl zu bleiben („ich fühle mich einfach schrecklich“), ohne den konkreten Drang festzumachen, sodass nichts Konkretes bleibt, wogegen man handeln kann.
Übe das mit IX Coach
More practices for Opposite Action: Gegen den Drang der Emotion handeln
- Prüfe zuerst die Fakten
Entscheide, ob die Emotion tatsächlich zur Situation passt, bevor du etwas dagegen unternimmst.
- Näher dich, wenn Angst zur Vermeidung rät
Nähere dich der Sache bewusst, statt sie zu meiden, wenn unbegründete Angst zur Vermeidung drängt.
- Engagiere dich, wenn Traurigkeit zum Rückzug rät
Handle bewusst und verbinde dich, wenn niedrige Stimmung zu Isolation und Abschalten drängt.
- Führe die gegenteilige Handlung ganz aus
Verpflichte dich vollständig zum Gegenteil — Haltung, Stimme, Aufmerksamkeit — nicht halbherzig.
- Opposite Action bei Wut: besänftigen, wenn sie zum Angriff rät
Das Gegenteil des Wut-Drangs anzugreifen ist zu besänftigen: innehalten, die Stimme senken, zurücktreten oder stattdessen etwas Verständliches an der anderen Person finden.