Auf Lösungen fokussieren, nicht auf Schuld

Frag „Was können wir tun, um das zu lösen?" statt „Warum hast du das gemacht?" – das eine öffnet, das andere schließt.

Why it works

„Warum hast du das gemacht?" ist typischerweise eine rhetorische Anklage, keine echte Frage – Kinder wissen das und reagieren defensiv. „Was können wir tun, um das zu lösen?" lädt das Kind in einen gemeinsamen Problemlöserahmen ein, der Kompetenz und Zugehörigkeit statt Scham und Verteidigung aktiviert. Der Lösungsfokus lehrt dem Kind zudem eine übertragbare Fähigkeit: Wenn etwas schiefgeht, lautet die erste Frage „Was kann getan werden?", nicht „Wer ist schuld?"

How to do it

  1. Nachdem du das Problem anerkannt hast, wechsle zur Lösungssprache: „Die Milch ist verschüttet. Was machen wir jetzt?"
  2. Bei größeren Themen: „Das hat deinem Bruder wehgetan. Was kannst du tun, um es wiedergutzumachen?"
  3. Lass das Kind wenn möglich die Lösung erzeugen; coache sie bei Bedarf in Richtung realistisch und wiedergutmachend.

Evidenz

Forschung zur lösungsorientierten Kurztherapie zeigt, dass die Ausrichtung von Klienten auf Lösungen und Kompetenz statt Probleme und Schuld bessere Ergebnisse erzielt; angewendet in Bildungskontexten sagt das schnellere Verhaltensverbesserung voraus. (observational)

Lösungsorientierte Forschung ist primär im therapeutischen Kontext; die Generalisierung auf alltägliche Erziehungsinteraktionen ist klinisch konsistent, aber nicht eigenständig in häuslichen Umgebungen untersucht.

Quellen

  • de Shazer, S. (1985). Keys to Solution in Brief Therapy. Norton.

Häufiger Fehler

„Was können wir tun?" in einem Ton zu fragen, der klarmacht, dass die Frage rhetorisch ist und du schon entschieden hast – das Kind wird sich von der „Lösung" genauso abwenden wie von auferlegten Regeln.

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