Die hormonellen „Power Pose"-Versprechen überspringen

Nutze Haltung für gefühltes Selbstvertrauen, aber glaub nicht, dass sie deine Hormone verändert.

Why it works

Die ursprüngliche Power-Posing-Behauptung war, dass zwei Minuten ausladender Posen Testosteron hoben, Cortisol senkten und Risikobereitschaft steigerten. Der ehrliche Mechanismus ist viel enger: Jeglicher Nutzen kommt aus Selbstwahrnehmung und gefühltem Selbstvertrauen (verkörperte Kognition), nicht aus hormoneller Veränderung. Das zu wissen bewahrt dich davor, dich auf einen Effekt zu verlassen, der nicht real ist, und lässt dich den Teil nutzen, der es ist.

How to do it

  1. Wenn eine ausladende Haltung dir hilft, dich vor einem entscheidenden Moment bereit zu fühlen, nutze sie – wegen des gefühlten Effekts.
  2. Verlasse dich nicht darauf, dass sie deine Hormone verändert oder dich größere Risiken eingehen lässt.
  3. Kombiniere sie mit Substanz – Vorbereitung und Probe – statt die Pose als die eigentliche Arbeit zu behandeln.

Evidenz

Die ursprünglichen hormonellen und risikobezogenen Power-Posing-Effekte ließen sich in einer größeren, präregistrierten Studie größtenteils nicht replizieren; spätere Arbeit stützt nur einen moderaten „gefühlte Macht"-/Selbstbericht-Effekt. (mechanistic)

Sogar eine der ursprünglichen Autorinnen distanzierte sich später von den hormonellen Behauptungen, während sie festhielt, dass der Effekt aufs gefühlte Selbstvertrauen existieren könnte. Behandle starke physiologische Behauptungen als ungestützt.

Quellen

  • Ranehill et al. (2015), failed replication of power posing’s hormonal and behavioral effects, Psychological Science

Häufiger Fehler

Zu glauben, eine zweiminütige Pose würde dich physiologisch transformieren, und sich dann betrogen zu fühlen, wenn es nicht klappt – der ehrliche, kleinere Effekt aufs gefühlte Selbstvertrauen ist der Teil, den man tatsächlich nutzen sollte.

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