Verpflichtungsverträge mit echtem Einsatz

Setze Geld oder eine Konsequenz aufs Spiel, sodass das Verfehlen des Ziels etwas Konkretes kostet.

Why it works

Ein Verpflichtungsvertrag verwandelt eine vage zukünftige Absicht in konkrete Gegenwartskosten. Verlustaversion lässt die Aussicht, eingesetztes Geld oder Ansehen zu verlieren, größer wirken als der diffuse Nutzen der Gewohnheit selbst, sodass sich die momentane Rechnung zugunsten des Durchhaltens verschiebt. Du leihst dir die Stärke einer Emotion (Verlustangst), die das ursprüngliche Ziel nicht herbeirufen konnte.

How to do it

  1. Formuliere das Ziel in messbaren, überprüfbaren Begriffen mit einer Frist.
  2. Setze einen Einsatz, den du wirklich nicht verlieren möchtest – Geld an eine Anti-Wohltätigkeitsorganisation, ein Pfand, das ein Freund durchsetzt.
  3. Benenne einen neutralen Schiedsrichter, der bestätigt, ob du es geschafft hast; lass dich niemals selbst als einzigen Richter zu.

Evidenz

Feldexperimente zu Verpflichtungsverträgen zeigen reale Effekte – eine Sparverpflichtungsstudie auf den Philippinen erhöhte das Sparen, und Verpflichtungsvertrags-Plattformen haben höhere Zielerreichung in Studien zu Raucherentwöhnung und Bewegung erzeugt. (rct)

Verträge helfen Menschen, die sich bereits ändern wollen; die Teilnahme ist selbstselektiert, und sie bewirken wenig bei denen, die noch nicht motiviert sind.

Quellen

  • Ashraf, Karlan & Yin (2006), "Tying Odysseus to the Mast", Quarterly Journal of Economics
  • Giné, Karlan & Zinman (2010), commitment contract for smoking cessation, AEJ: Applied Economics

Häufiger Fehler

Einen Einsatz zu setzen, der zu klein ist, um wehzutun, oder dich selbst zum Schiedsrichter zu ernennen – beides lässt das zukünftige Selbst leise entwischen.

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