Das Premortem (sich das bereits gescheiterte Projekt vorstellen)

Vor dem Start annehmen, der Plan sei bereits gescheitert, und fragen warum – dann jetzt korrigieren.

Why it works

Eine Anwendung in der Entscheidungsfindung: Sich ein zukünftiges Scheitern als bereits sicher vorzustellen (prospektiver Rückblick) lockert Selbstüberschätzung und legt Risiken frei, die vorausschauender Optimismus verbirgt. Weil das Scheitern als Tatsache behandelt wird, generieren Menschen mehr und spezifischere Gründe dafür als bei der bloßen Frage „Was könnte schiefgehen?“ – das erlaubt es, den Plan vor der Festlegung zu stärken.

How to do it

  1. Bevor du einen Plan startest, stell dir vor, es sei ein Jahr später und der Plan sei gründlich gescheitert.
  2. Schreibe die plausiblen Gründe für das Scheitern auf, als würdest du ein bekanntes Ergebnis erklären.
  3. Verwandle die wichtigsten Gründe in Änderungen, die du jetzt am Plan vornimmst, oder in Wenn-dann-Eventualpläne.

Evidenz

Das Premortem stützt sich auf Forschung, die zeigt, dass „prospektiver Rückblick“ (sich ein Ergebnis als bereits geschehen vorzustellen) die Anzahl und Spezifität der generierten Gründe erhöht. Es ist eine anerkannte Technik zur Entscheidungsqualität. (observational)

Der Effekt des prospektiven Rückblicks ist erforscht; der Nutzen für reale Ergebnisse hängt davon ab, ob die identifizierten Risiken tatsächlich angegangen werden. Es ist ein Planungswerkzeug, keine Übung zur emotionalen Resilienz.

Häufiger Fehler

Es als Pessimismus-Ritual durchzuführen, das Risiken auflistet, die dann niemand angeht. Das Premortem zahlt sich nur aus, wenn die aufgedeckten Fehler den Plan ändern oder zu Eventualplänen werden.

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