Lerne, notwendige Kontrolle von Überkontrolle zu unterscheiden

Nicht jede Zurückhaltung ist Überkontrolle – erkenne, wann Kontrolle nötig ist und wann sie mehr kostet, als sie schützt.

Why it works

Überkontrolle ist keine binäre Eigenschaft – sie ist ein Kalibrierungsproblem. Manche Kontexte erfordern echt Selbstzurückhaltung und Präzision; andere nicht. Die Störung ist nicht Kontrolle selbst, sondern die Anwendung von Kontrolle auf Kontexte, die von Flexibilität und Offenheit profitieren würden. Diese Unterscheidung zu entwickeln – dient die Kontrolle der Situation oder der Angst? – ist genau die Fertigkeit, die radikale Offenheit erfordert.

How to do it

  1. Bemerkst du den Drang zu kontrollieren oder zurückzuhalten, stell zwei Fragen: (1) „Was ist das Schlimmste, was passiert, wenn ich das nicht kontrolliere?“ (2) „Wer profitiert davon, dass ich das kontrolliere – die Situation, oder meine Angst?“
  2. Ist die Antwort auf (2) hauptsächlich deine Angst, ist das ein Signal Richtung Offenheit.
  3. Übe die Unterscheidung zunächst laut in Situationen mit geringem Risiko, bevor du sie auf risikoreichere anwendest.

Evidenz

Die Unterscheidung zwischen adaptiver Selbstregulation und maladaptiver Überkontrolle ist ein Kernkonstrukt in RO-DBT und deckt sich mit Selbstregulationsforschung, die zeigt, dass sowohl Unter- als auch Überregulation Kosten verursachen – optimale Selbstregulation ist kontextuell kalibriert, nicht maximiert. (mechanistic)

Das Kalibrierungsmodell ist theoretisch fundiert und klinisch nützlich; empirische Tests des optimalen Selbstregulationsniveaus als eigenständiges therapeutisches Ziel sind in der RO-DBT-Literatur bisher begrenzt.

Häufiger Fehler

Die Unterscheidung als Erlaubnis zu nutzen, Kontrolle dort zu lockern, wo sie echt wichtig ist, statt als Präzisionswerkzeug, um Situationen zu identifizieren, in denen sie es nicht ist.

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