Feedback annehmen, ohne zu verteidigen oder abzutun

Nimm kritisches Feedback vollständig auf, bevor du es bewertest – und such nach dem Teil, der wahr ist.

Why it works

Überkontrollierte Menschen haben oft ausgefeilte, schnelle Abwehrmechanismen gegen Feedback, das ihr Selbstmodell infrage stellt: Sie finden den sachlichen Fehler in der Rahmung des Kritikers, das Hintergrundmotiv oder die Ausnahme, die ihren Ansatz bestätigt. Diese Abwehrmechanismen sind schnell und fühlen sich wie intellektuelle Integrität an. Die radikale-Offenheit-Praxis ist, die Abwehrsequenz bewusst zu verlangsamen und nach dem Signal im Feedback zu suchen, bevor man das Rauschen zurückweist.

How to do it

  1. Reagiere beim Erhalten von Feedback nicht sofort – zähl bis fünf, oder sag „danke, lass mich darüber nachdenken“.
  2. Such vor der Genauigkeitsbewertung nach dem Teil, der korrekt ist, auch wenn nur teilweise.
  3. Schreib das Feedback so auf, wie es gegeben wurde – nicht deine Interpretation davon – und überprüfe es 24 Stunden später, wenn die Abwehr nachgelassen hat.

Evidenz

Feedback-Suche und Offenheit für Kritik sind in Lern- und Organisationsforschung mit schnellerem Fertigkeitserwerb und besserer Leistung verbunden; defensives Reagieren ist mit langsamerer Fertigkeitsentwicklung und reduzierter Genauigkeit der Selbsteinschätzung verbunden. (observational)

Feedback-Forschung stammt aus beruflichen und Lernkontexten; die Anwendung auf RO-DBTs Offenheitspraxis ist eine Erweiterung dieser Befunde auf therapeutische Settings.

Quellen

  • Ashford, Blatt & VandeWalle (2003), feedback seeking in organizations, Journal of Management

Häufiger Fehler

Die eine Ungenauigkeit im Feedback zu finden und sie zu nutzen, um die ganze Botschaft abzutun – das ist intellektuell vertretbar, produziert aber kein Lernen aus Feedback, das teilweise wahr ist.

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