Den Prototyp benennen, mit dem man vergleicht, bevor man entscheidet

Den als Referenz genutzten Prototyp explizit machen – verborgene Vorlagen verzerren Entscheidungen ohne Prüfung.

Why it works

Viel repräsentativitätsbasiertes Denken ist unsichtbar: Der Verstand gleicht still einen Kandidaten, ein Produkt oder einen Plan mit einem gespeicherten Prototyp ab und gibt eine Bewertung aus, ohne die verwendete Vorlage offenzulegen. Den Prototyp explizit zu benennen („Ich vergleiche diese Geschäftsidee mit dem prototypischen Tech-Startup“) macht den Vergleich für Prüfung sichtbar – man kann dann fragen, ob der Prototyp angemessen ist, ob die Übereinstimmung real ist und wie hoch die Basisrate für Erfolg in dieser Kategorie ist.

How to do it

  1. Vor einer bewertenden Entscheidung fragen: „Mit welchem Prototyp vergleiche ich das gerade?“
  2. Ihn explizit benennen, laut oder schriftlich.
  3. Fragen: „Ist das die richtige Referenzkategorie für diese Entscheidung?“
  4. Fragen: „Wie hoch ist die Basisrate des Ergebnisses, das ich für diese Kategorie vorhersage?“

Evidenz

Kategorienbasierte Bewertung ist ein grundlegendes Konzept der Kategorisierungsforschung (Rosch, 1975) und direkt mit der Anwendung der Repräsentativitätsheuristik in der Urteilsforschung verknüpft. Implizite Vergleiche explizit zu machen ist eine allgemeine metakognitive Debiasing-Strategie, gestützt durch die breitere Literatur zur Entscheidungsqualität. (mechanistic)

Den Prototyp zu benennen ist ein notwendiger, aber nicht hinreichender Schritt; die eigentliche Arbeit ist dann, die Basisrate für diese Kategorie korrekt zu schätzen, was eine eigene Fertigkeit ist.

Häufiger Fehler

Den Prototyp benennen, ihn aber als Bestätigung des Vergleichs behandeln, statt ihn zu hinterfragen – der Punkt ist zu prüfen, ob die Ähnlichkeit die Schlussfolgerung rechtfertigt.

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