Standardregeln für willenskraftintensive Situationen festlegen

Eine vorab getroffene Regel braucht am Entscheidungspunkt keine Willenskraft – die Entscheidung ist bereits gefallen.

Why it works

Heuristiken reduzieren kognitive Last, indem sie eine wiederholte Entscheidung in eine Regel verwandeln. Wenn eine Regel im Voraus festgelegt ist, erfordert der Moment der Versuchung keine Abwägung – die Regel feuert automatisch. So reduzieren erfahrene Praktizierende in jedem Bereich die Kosten der Disziplin: Sie haben die Entscheidung so oft getroffen, dass sie keine Entscheidung mehr ist, sondern ein Verfahren.

How to do it

  1. Identifiziere die drei Situationen, in denen du am häufigsten Entscheidungen triffst, die du bereust.
  2. Schreibe für jede eine konkrete Regel: „Wenn [Situation], dann [konkrete Handlung], keine Ausnahmen diese Woche.“
  3. Überprüfe die Regeln im Voraus vor Hochrisiko-Situationen, nicht mitten in ihnen.

Evidenz

Forschung zu Umsetzungsabsichten (Implementation Intentions) zeigt, dass Wenn-dann-Pläne die Abhängigkeit von Abwägung im Moment reduzieren und Zielerreichung verbessern. Forschung zu Vorab-Verpflichtung findet, dass strukturelle Regeln Entscheidungen im Moment übertreffen. (observational)

Regeln funktionieren, wenn die Situation vorhersehbar genug ist, um zu passen; hochneuartige oder komplexe Situationen erfordern möglicherweise Abwägung, die feste Regeln nicht ersetzen können.

Quellen

  • Gollwitzer & Sheeran (2006), implementation intentions meta-analysis, Advances in Experimental Social Psychology

Häufiger Fehler

Die Regel so allgemein zu formulieren („gesund essen“), dass sie im konkreten Versuchungsmoment keine Orientierung bietet – die Regel muss das exakte Verhalten in der exakten Situation spezifizieren.

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