Deine Heuristik an die Struktur der Umgebung anpassen

Eine gute Regel funktioniert, weil sie zu den statistischen Regelmäßigkeiten der Umgebung passt – falsche Umgebung, falsche Regel.

Why it works

Gigerenzers zentrale Einsicht ist, dass eine Heuristik nicht abstrakt gut oder schlecht ist – sie ist gut oder schlecht relativ zur Struktur der konkreten Umgebung, in der sie angewendet wird. Eine Regel, die in einem Kontext brillant funktioniert, wird in einem anderen mit anderen Regelmäßigkeiten versagen. Ökologische Rationalität bedeutet, vor der Wahl einer Entscheidungsstrategie zu fragen: „Wie ist diese Umgebung strukturiert?“

How to do it

  1. Frage vor jeder Anwendung einer Faustregel: „In welcher Art von Umgebung wurde diese Regel entwickelt?“
  2. Vergleiche deine aktuelle Umgebung mit dieser Grundlinie: Ist sie ähnlich unsicher? Ähnlich strukturiert?
  3. Verfolge die Ergebnisse der Regel in deinem konkreten Kontext über genügend Fälle, um die Passung zu beurteilen.
  4. Verwirf oder überarbeite Regeln, die in deiner tatsächlichen Umgebung keine Leistungsgewinne zeigen.

Evidenz

Der Rahmen der ökologischen Rationalität ist der theoretische Kern von Gigerenzers Forschungsprogramm, demonstriert durch Leistungsvergleiche über Bereiche hinweg. Er ist deskriptiv und normativ, gestützt auf umfangreiche Simulation und realweltliche Datensätze. (observational)

Zu beurteilen, ob deine Umgebung zu den Bedingungen passt, unter denen eine Heuristik funktioniert, erfordert Fähigkeit und Erfahrung; Anfänger können diese Einschätzung oft nicht genau treffen.

Quellen

  • Gigerenzer, Todd & ABC Research Group (1999), Simple Heuristics That Make Us Smart, Oxford University Press

Häufiger Fehler

Eine Heuristik, die in einem Kontext funktionierte (z. B. „vertraue deinem Bauchgefühl bei Verhandlungen“), auf eine Umgebung mit sehr anderer statistischer Struktur anzuwenden (z. B. technische Bewertungen).

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