Satisficing: eine Gut-genug-Schwelle setzen und aufhören zu suchen, wenn sie erreicht ist
Optimiere für „gut genug“ statt „bestmöglich“ – die Suchkosten übersteigen oft den Gewinn.
Why it works
Herbert Simons „Satisficing“ – ein Kofferwort aus satisfying (befriedigend) und sufficing (ausreichend) – erfasst die Einsicht, dass die Suche nach der optimalen Lösung erfordert, im Voraus zu wissen, wie optimal aussieht, was oft nicht verfügbar ist. Eine Schwelle zu setzen („Ich brauche X in einem Jobangebot“) und aufzuhören, wenn eine Option sie erfüllt, vermeidet die abnehmenden Erträge und Opportunitätskosten unbegrenzter Suche, während dennoch eine bedeutsame Qualitätsschwelle erreicht wird.
How to do it
- Definiere vor jeder bedeutsamen Suche (Job, Wohnung, Entscheidung) die Mindestkriterien, die gut genug ausmachen.
- Suche bis zur ersten Option, die alle Kriterien erfüllt – dann stoppe und entscheide.
- Widerstehe der Versuchung, „nur für den Fall“ weiterzusuchen, ob es etwas Besseres gibt – das ist die Satisficing-Falle.
Evidenz
Simons Satisficing-Konzept ist grundlegend für die Forschung zu begrenzter Rationalität. Schwartz und Kollegen fanden, dass Maximierer (Menschen, die optimale Entscheidungen suchen) niedrigere Lebenszufriedenheit und höheres Bedauern berichteten als Satisficer, selbst wenn ihre Entscheidungen objektiv gleichwertig waren. (observational)
Schwartz’ Maximierer-Satisficer-Unterscheidung ist korrelativer Selbstbericht; dass die Übernahme von Satisficing als Strategie Wohlbefindenssteigerungen bewirkt, ist abgeleitet, nicht in RCTs direkt kausal belegt.
Quellen
- Schwartz et al. (2002), Maximizing versus satisficing, Journal of Personality and Social Psychology
Häufiger Fehler
Die Schwelle zu hoch anzusetzen („perfekt, nicht nur gut genug“) – das verwandelt Satisficing in Maximieren mit Extraschritten und verfehlt den Zweck.
Übe das mit IX Coach
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- Der Wiedererkennungs-Heuristik in unsicheren Umgebungen vertrauen
Wenn du eine Option erkennst und die andere nicht, ist die erkannte meist besser – im richtigen Bereich.
- „Take the Best“ nutzen: nach deinem einzigen aussagekräftigsten Hinweis entscheiden
Identifiziere bei der Wahl zwischen Optionen den diagnostischsten Hinweis und nutze ihn – suche nicht weiter.
- Standardregeln für willenskraftintensive Situationen festlegen
Eine vorab getroffene Regel braucht am Entscheidungspunkt keine Willenskraft – die Entscheidung ist bereits gefallen.
- Deine Heuristik an die Struktur der Umgebung anpassen
Eine gute Regel funktioniert, weil sie zu den statistischen Regelmäßigkeiten der Umgebung passt – falsche Umgebung, falsche Regel.
- Die 1/N-Regel für Diversifikation unter tiefer Unsicherheit nutzen
Wenn du den Wert jeder Option nicht verlässlich einschätzen kannst, verteile die Ressourcen gleichmäßig.
- Deine persönliche adaptive Werkzeugkiste bereichsspezifischer Regeln aufbauen
Ziel ist nicht eine universelle Heuristik – sondern eine kuratierte Sammlung, die zu den Bereichen passt, die du tatsächlich navigierst.