Elenchus üben – die eigenen Überzeugungen ins Kreuzverhör nehmen

Wähle eine feste Überzeugung und befrage sie wie Sokrates: Was meinst du damit? Woher weißt du das? Was würde sie widerlegen?

Why it works

Elenchus (Widerlegung) funktioniert, indem eine Person sich zu einer These bekennt und dann eine zweite, bereits gehaltene Überzeugung sichtbar wird, die dieser widerspricht. Dem Widerspruch kann man nicht entkommen, ohne eine der Überzeugungen zu revidieren. Als Solo-Praxis angewendet, wirkt das wie eine Kalibrierung: Es trennt Überzeugungen, die wirklich auf Beweisen beruhen, von solchen, die aus Gewohnheit, sozialem Druck oder Wunschdenken gehalten werden.

How to do it

  1. Wähle eine Überzeugung, bei der du dir sicher fühlst – besonders eine, nach der du wiederholt gehandelt hast.
  2. Schreibe sie als klare These auf.
  3. Entwickle drei Fragen: „Welche Beweise habe ich?“, „Was müsste wahr sein, damit das falsch ist?“, „Halte ich eine andere Überzeugung, die dem widerspricht?“
  4. Taucht ein Widerspruch auf, entscheide, welche Überzeugung besser gestützt ist, und revidiere entsprechend.

Evidenz

Self-questioning and belief revision are core components of cognitive behavioral therapy and reflective journaling, both of which have evidence for improving self-insight and reducing cognitive distortion. (mechanistic)

Elenchus as a solo practice has not been studied directly; the supporting mechanisms are drawn from CBT and reflective practice literature.

Häufiger Fehler

Nur sichere, folgenlose Überzeugungen zu prüfen und die wichtigen unangetastet zu lassen – genau das diagnostizierte Sokrates als Fehlmodus des geprüften Lebens.

Übe das mit IX Coach

Mit IX Coach starten

More practices for Die sokratische Methode, praktisch erklärt

Verwandte Konzepte