Häufige risikoarme Quizze statt seltener wichtiger Tests nutzen

Regelmäßige kurze Quizze – auch ohne Noten – erzeugen mehr Behaltensleistung als die gleiche Zeit mit Wiederholen.

Why it works

Der Testing-Effekt tritt unabhängig davon auf, ob der Test benotet wird. Entscheidend ist der Akt des Abrufens: eine Antwort aus dem Gedächtnis zu generieren. Häufige risikoarme Tests reduzieren auch Testangst (indem Testen vertraut wird) und liefern laufendes diagnostisches Feedback, sodass Lernende Lücken vor wichtigen Bewertungen erkennen können. Der kumulative Abrufeffekt über viele kleine Tests übersteigt den Effekt seltener großer Tests, weil mehr Abrufereignisse stattfinden.

How to do it

  1. Schreibe am Ende jeder Lerneinheit 3–5 Fragen, die das Material beantwortet, ohne in die Quelle zu schauen.
  2. Beantworte sie sofort aus dem Gedächtnis.
  3. Führe einen laufenden Fragenpool und teste dich mit älteren Fragen aus früheren Sitzungen.
  4. Wiederhole nicht kurz vor einem Quiz – teste kalt, dann lerne die Lücken.

Evidenz

Mehrere Studien haben gezeigt, dass häufiges risikoarmes Abfragen die Leistung bei Abschlussprüfungen verbessert. Roedigers Klassenzimmerforschung fand, dass Quiz-Gruppen Wiederholungslern-Gruppen bei Jahresendtests übertrafen, ohne mehr Zeit aufzuwenden. (rct)

Die Vorteile sind am stärksten für faktisches und konzeptuelles Material; die Übertragung auf komplexe Problemlösefähigkeiten erfordert zusätzliche Übungsstrukturen über einfaches Abfragen hinaus.

Quellen

  • Roediger, Putnam & Smith (2011), Ten benefits of testing and their applications to educational practice, Psychology of Learning and Motivation

Häufiger Fehler

Quizze durch Wiedererkennungsformate (Multiple Choice aus einer Liste) statt freies Erinnern zu leicht zu machen – Wiedererkennungstests erzeugen viel schwächere Abrufübungsvorteile.

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