Deinen emotionalen Zustand vor einer wichtigen Entscheidung benennen
Die Emotion identifizieren und benennen, in der man sich befindet, bevor man sich zu einer bedeutsamen Wahl verpflichtet.
Why it works
Entscheidungen, die in emotional erhöhten Zuständen getroffen werden, unterscheiden sich systematisch von Entscheidungen in neutralen Zuständen – inzidenteller Affekt (Emotion, die nichts mit der Entscheidung zu tun hat) überträgt sich auf die Entscheidung und verzerrt Risikobewertung und Zeithorizonte. Den emotionalen Zustand vor der Entscheidung zu benennen schafft eine metakognitive Lücke, die diese Übertragung teilweise korrigiert, weil benannte Emotionen etwas von ihrer Fähigkeit verlieren, Kognition verdeckt zu beeinflussen.
How to do it
- Vor jeder bedeutsamen Entscheidung 60 Sekunden damit verbringen, den aktuellen emotionalen Zustand zu benennen.
- Fragen: „Ist diese Emotion relevant für diese Entscheidung, oder kommt sie von etwas völlig anderem?“
- Ist die Emotion inzidentell (Überbleibsel von früher), dies explizit vor der Entscheidung notieren.
- Entscheidungen mit hohem Einsatz aufschieben, wenn der emotionale Zustand extrem ist – in beide Richtungen.
Evidenz
Inzidenteller Affekt beeinflusst Entscheidungsfindung auf konsistente, gut dokumentierte Weisen – Traurigkeit erhöht Ungeduld, Ärger erhöht Risikobereitschaft, Angst erhöht Risikoaversion. Den emotionalen Zustand vor der Entscheidung zu benennen hat mechanistische Plausibilität zur Reduktion dieser Verzerrung; direkte Interventionsevidenz ist begrenzt. (mechanistic)
Forschung zu inzidentellem Affekt ist im Labor robust; ob Selbstbenennen vor Entscheidungen dies in naturalistischen Settings korrigiert, wurde begrenzt direkt untersucht.
Quellen
- Lerner et al. (2015), emotion and decision making, Annual Review of Psychology
- Lerner, J. S., Li, Y., Valdesolo, P., & Kassam, K. S. (2015). Emotion and decision making. Annual Review of Psychology, 66, 799–823.
Häufiger Fehler
Nur die entscheidungsrelevante Emotion benennen („ich bin nervös wegen der Präsentation“), ohne auf inzidentelle Übertragungs-Emotionen von früher am Tag zu prüfen, die das Denken unbemerkt verzerren könnten.
Übe das mit IX Coach
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- Tägliches Emotions-Benennen mit dem Gefühlsrad
Jeden Tag das Gefühlsrad nutzen, um den eigenen emotionalen Zustand mit mindestens einer Ebene an Präzision über das Kernwort hinaus zu benennen.
- Das eigene emotionale Spektrum durch das Studieren der äußeren Ringe erweitern
Wöchentlich 5 Minuten mit dem äußeren Ring des Gefühlsrads verbringen und die Namen von Emotionen lernen, die man noch nicht nutzt.
- Gemischte oder widersprüchliche Emotionen gleichzeitig bemerken und benennen
Passiert etwas Bedeutsames, nach zwei oder mehr koexistierenden Emotionen suchen – auch widersprüchlichen.
- Die Emotion auch im Körper lokalisieren, nicht nur benennen
Nach dem Benennen einer Emotion auf dem Gefühlsrad finden, wo sie im Körper lebt.
- Emotions-Journaling mit dem Gefühlsrad als Impuls
Ein kurzes Emotions-Journal führen, das Gefühlsrad-Vokabular statt Ereignisbeschreibungen nutzt.
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