Gemischte oder widersprüchliche Emotionen gleichzeitig bemerken und benennen

Passiert etwas Bedeutsames, nach zwei oder mehr koexistierenden Emotionen suchen – auch widersprüchlichen.

Why it works

Echte emotionale Erfahrung ist oft gemischt – dankbar und ärgerlich, erleichtert und traurig, stolz und ängstlich – aber grobes Benennen glättet dies zu einem einzigen dominanten Ton. Gemischte Emotionen zu bemerken ist emotional genauer, was zählt, weil widersprüchliche Emotionen die Komplexität einer Situation signalisieren und unterschiedliche Reaktionen erfordern. Forschung zu Emodiversität – der Breite und Balance emotionaler Erfahrung – findet, dass sie besseres Wohlbefinden unabhängig von reiner positiver oder negativer Valenz vorhersagt.

How to do it

  1. Nach einem bedeutsamen Ereignis die eigene emotionale Reaktion aufschreiben.
  2. Fragen: „Ist noch eine andere Emotion vorhanden?“ und sie auflisten.
  3. Weiterfragen, bis drei distinkte Emotionen benannt sind.
  4. Bemerken: Erfasst die Kombination die volle Erfahrung besser als jedes einzelne Label?

Evidenz

Emodiversitäts-Forschung von Quoidbach und Kollegen findet, dass das Erleben eines breiten Spektrums an Emotionen – einschließlich negativer – bessere körperliche und psychische Gesundheit vorhersagt. Gemischte Emotionen zu bemerken ist eine Praktiker-Anwendung dieses Prinzips. (observational)

Emodiversität ist ein korrelationales Maß, kein Interventionsziel; ob das bewusste Benennen gemischter Emotionen Emodiversität kausal aufbaut, wurde nicht erprobt.

Quellen

Häufiger Fehler

Widersprüchliche Emotionen zu einer einzigen Auflösung zwingen („insgesamt fühle ich mich positiv“), statt den Widerspruch koexistieren zu lassen – das Unbehagen der Ambivalenz ist Information, kein zu lösendes Problem.

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