Maximiere die Ideenmenge, bevor du bewertest
Setze ein explizites Mengenziel — erzeuge mindestens 20 Ideen, bevor du eine davon prüfst.
Why it works
Die kreativsten Ideen tendieren dazu, später in einer Erzeugungssequenz aufzutauchen, nicht früher. Frühe Ideen sind die am leichtesten zugänglichen — die vertrautesten, die erwartetsten. Mengendruck zwingt den Denkenden über diese zugänglichen Ideen hinaus in weniger vertrautes Terrain, wo die wirklich neuartigen Kandidaten liegen. Ohne Mengenziel hören die meisten Menschen auf, sobald sie eine ausreichend gute Antwort haben — meist eine der frühen, offensichtlichen.
How to do it
- Nenne das Ziel vor dem Start: "Ich werde 20 Ideen erzeugen, bevor ich bewerte."
- Führe eine laufende Liste — selbst offensichtlich schlechte Ideen zählen; sie können sich mit späteren Ideen kombinieren.
- Wenn du feststeckst, erzeuge bewusst unplausible Ideen, um die Blockade zu durchbrechen.
- Bewerte erst nach Erreichen des Ziels die vollständige Liste — und achte besonders auf die nach den ersten zehn erzeugten Ideen.
Evidenz
Forschung zu Brainstorming und kreativer Ideenfindung findet durchgängig, dass die Ideenmenge die Wahrscheinlichkeit einer hochwertigen Idee vorhersagt — die originellsten Ideen sind meist nicht unter den ersten erzeugten. Das Zweiwege-Modell von Nijstad und Kollegen erklärt, warum Durchhalten sich auszahlt: originelle Ideen entstehen später in einer Ideenfindungssequenz, wenn die zugänglichen, offensichtlichen Kandidaten erschöpft sind und die Suche in entfernteres Terrain vordringt. (observational)
Der Befund "Menge sagt Qualität voraus" ist robust beim individuellen Brainstorming; Gruppen-Brainstorming erzeugt oft weniger Ideen als dieselbe Anzahl von Personen, die einzeln arbeiten (Produktionsblockade, Bewertungsangst).
Quellen
- Diehl & Stroebe (1987), productivity loss in brainstorming groups, Journal of Personality and Social Psychology
- Diehl, M., & Stroebe, W. (1987). Productivity Loss in Brainstorming Groups: Toward the Solution of a Riddle. Journal of Personality and Social Psychology, 53(3), 497–509.
- Nijstad, B. A., De Dreu, C. K. W., Rietzschel, E. F., & Baas, M. (2010). The dual pathway to creativity model: Creative ideation as a function of flexibility and persistence. European Review of Social Psychology, 21(1), 34–77.
Häufiger Fehler
Bei drei bis fünf Ideen aufzuhören, weil eine gut genug erscheint — was nie die Ideen erreicht, die nach Erschöpfung der offensichtlichen entstanden wären.
Übe das mit IX Coach
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- Absichtliches Überschreiten von Fachgrenzen
Studiere regelmäßig ein Feld völlig außerhalb deines Bereichs und frage, was es deinem beibringen könnte.
- Baue bewusst ein vielfältiges Netzwerk auf
Verbinde dich mit Menschen aus unterschiedlichen Disziplinen, Kulturen und Funktionen — nicht primär mit Menschen, die tun, was du tust.
- Durchbrich assoziative Barrieren durch Zufall
Bringe zufällige Reize — Wörter, Objekte, Bilder — in deine Problemlösungssitzungen ein und erzwinge Verbindungen.
- Führe kostengünstige Experimente mit interdisziplinären Ideen durch
Teste fachübergreifende Ideen schnell und günstig, bevor du voll in sie investierst.
- Rahme Probleme mit fachübergreifender Sprache um
Beschreibe dein Problem im Vokabular eines anderen Feldes — nutze dann dieses Vokabular, um nach Lösungen zu suchen.