Das ideale Selbst explizit abbilden
Formuliere konkret, wer dein ideales Selbst ist — die Person, auf die du hinarbeitest —, damit dein Partner darauf hin formen kann, statt zu raten.
Why it works
Verhaltensbezogene Bestätigung wirkt über das Verhalten des Partners: Wenn er dich als dein ideales Selbst behandelt, ruft er die Verhaltensweisen, Entscheidungen und das Selbstkonzept hervor, die mit diesem Ideal verbunden sind. Doch der Partner kann nicht auf ein Ideal hinformen, das er nicht sehen kann. Explizite Abbildung lässt beide Menschen von einem gemeinsamen Ziel aus arbeiten statt von impliziten und oft ungenauen Annahmen darüber, wer der andere werden möchte.
How to do it
- Schreibe eine einseitige Beschreibung deines idealen Selbst — nicht dein derzeit bestes Selbst, sondern die Person, die du am meisten werden möchtest. Nenne Eigenschaften, Verhaltensweisen und Werte.
- Teile dies mit deinem Partner und lade ihn ein, seine eigene Beschreibung zu teilen.
- Besprecht: Welche Aspekte dieses Ideals behandelt dein Partner bereits, als hättest du sie? Bei welchen Aspekten behandelt er dich, als hättest du sie nicht?
- Bestimme ein konkretes Merkmal deines idealen Selbst und bitte deinen Partner, dich zu behandeln, als hättest du es bereits — darin, wie er dich anspricht, auf dich reagiert oder dich zum Handeln einlädt.
Evidenz
Rusbult et al. fanden, dass sich Teilnehmer hin zu ihrem idealen Selbst bewegten, wenn sich Partner gegenüber ihnen auf eine Weise verhielten, die mit dem idealen Selbstkonzept der Teilnehmer übereinstimmte. Bewegung hin zum idealen Selbst sagte individuelles Wohlbefinden und Beziehungszufriedenheit voraus. Drigotas et al. (1999) etablierten den grundlegenden Befund, dass die verhaltensbezogene Bestätigung des idealen Selbst durch den Partner diese Bewegung antreibt, was die explizite Formulierung des Ideals zur Voraussetzung macht, damit der Partner es bestätigen kann. (observational)
Die Forschung ist beobachtend und beruht auf Selbstauskunft; die Kausalrichtung (verursacht verhaltensbezogene Bestätigung die Bewegung zum idealen Selbst, oder gleichen sich Paare natürlich mit der Zeit an?) ist gestützt, aber nicht endgültig geklärt.
Quellen
- Rusbult et al. (2009), The Michelangelo phenomenon, Current Directions in Psychological Science
- Drigotas, S. M., Rusbult, C. E., Wieselquist, J., & Whitton, S. W. (1999). Close partner as sculptor of the ideal self: Behavioral affirmation and the Michelangelo phenomenon. Journal of Personality and Social Psychology, 77(2), 293–323.
- Rusbult, C. E., Finkel, E. J., & Kumashiro, M. (2009). The Michelangelo phenomenon. Current Directions in Psychological Science, 18(6), 305–309.
Häufiger Fehler
Ein idealisiertes Selbst zu beschreiben, das nicht wirklich dein eigenes Streben ist, sondern das, von dem du denkst, du solltest es wollen — was deinen Partner dazu bringt, hin zu jemandem zu formen, der du nie wirklich sein wolltest.
Übe das mit IX Coach
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- Verhaltensbestätigungs-Audit: Wie behandelst du deinen Partner?
Prüfe regelmäßig, ob dein tägliches Verhalten gegenüber deinem Partner dessen ideales oder nicht-ideales Selbst bestätigt.
- Bewegung hin zum idealen Selbst verfolgen
Miss deinen Fortschritt hin zu deinem idealen Selbst über die Zeit — nicht nur die Beziehungszufriedenheit.
- Deinen Partner explizit bitten, dich als dein ideales Selbst zu behandeln
Benenne eine Eigenschaft deines idealen Selbst und bitte deinen Partner, dich zu behandeln, als hättest du sie bereits.
- Anti-ideale Bestätigung vermeiden: das formende Wirken, das schadet
Bestimme die Weisen, in denen du deinen Partner routinemäßig wie sein nicht-ideales (schlechtestes) Selbst behandelst, und höre auf.
- Echte Neugier für das ideale Selbst deines Partners entwickeln
Investiere darin zu wissen, wer dein Partner werden möchte — nicht, wer er war oder wer du ihn haben möchtest.
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