Bewegung hin zum idealen Selbst verfolgen

Miss deinen Fortschritt hin zu deinem idealen Selbst über die Zeit — nicht nur die Beziehungszufriedenheit.

Why it works

Rusbult fand, dass das Michelangelo-Phänomen Wohlbefinden über seine Wirkung auf die Bewegung hin zum idealen Selbst vorhersagt — nicht direkt über Zufriedenheit. Das bedeutet, der Beitrag der Beziehung zum individuellen Aufblühen kann unabhängig vom Moment-zu-Moment-Glück bewertet werden: Hilft mir diese Beziehung, zu werden, wer ich sein möchte? Dies zu verfolgen, schafft eine zusätzliche Dimension der Beziehungsqualität, die nicht mit Behaglichkeit oder Konfliktabwesenheit vermischt wird.

How to do it

  1. Kehre alle drei Monate zu deiner Beschreibung des idealen Selbst zurück und bewerte dich bei jedem Merkmal (1–10).
  2. Vergleiche mit der Bewertung vor drei Monaten: Welche Merkmale haben sich bewegt? Welche stagnieren?
  3. Frage bei stagnierenden Merkmalen: Ist die verhaltensbezogene Bestätigung meines Partners (oder ihr Fehlen) ein Faktor?
  4. Bespreche die Entwicklung mit deinem Partner: "Ich merke, dass sich [Merkmal] nicht so bewegt, wie ich gehofft hatte. Ich frage mich, ob wir etwas anders machen können."
  5. Feiere Bewegung, nicht nur den Endzustand — die Richtung der Veränderung zählt mehr als das aktuelle Niveau.

Evidenz

Rusbults Forschung fand, dass Bewegung hin zum idealen Selbst individuelles Wohlbefinden und Beziehungsqualität vorhersagte, wobei verhaltensbezogene Bestätigung durch den Partner der vermittelnde Mechanismus war. Drigotas (2002) zeigte konkret, dass diese Bewegung hin zum idealen Selbst das Michelangelo-Phänomen mit persönlichem Wohlbefinden verbindet, weshalb das Verfolgen der Bewegung — statt der Moment-zu-Moment-Zufriedenheit — das aussagekräftige Signal ist. (observational)

Selbstauskunftsmaße der Nähe zum idealen Selbst unterliegen Konsistenzverzerrung; Personen bewerten sich mit der Zeit möglicherweise höher, teils weil sie glauben möchten, sich zu verbessern.

Quellen

Häufiger Fehler

Das gegenwärtige Selbst mit dem Ideal zu vergleichen, statt die Richtung der Bewegung zu verfolgen — die Lücke zum Ideal kann dauerhaft groß sein, während Wachstum trotzdem real ist, und beides zu vermischen erzeugt chronische Unzufriedenheit.

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