Das Gegenteil in Betracht ziehen
Argumentieren Sie aktiv gegen Ihre erste Schlussfolgerung, bevor Sie sie akzeptieren.
Why it works
Bestätigungsverzerrung lässt System 1 nur Evidenz abrufen, die zur bereits erreichten Schlussfolgerung passt. Bewusst zu fragen "Was würde das falsch machen?" erzwingt den Abruf widerlegender Evidenz und wirkt der einseitigen Suche entgegen, die Selbstüberschätzung erzeugt.
How to do it
- Formulieren Sie Ihre Schlussfolgerung, dann fragen Sie: "Angenommen, das ist falsch – warum?"
- Listen Sie konkrete Gründe und Evidenz auf, die in die andere Richtung weisen.
- Wägen Sie erst dann neu ab; das Ziel ist Kalibrierung, nicht Umkippen um seiner selbst willen.
Evidenz
"Das Gegenteil in Betracht ziehen" ist eine der besser gestützten Entzerrungstechniken, gezeigt in Experimenten zur Reduktion von Selbstüberschätzung sowie Rückschau- und Bestätigungseffekten. Koriat, Lichtenstein und Fischhoff (1980) legen fest, warum es funktioniert: Selbstüberschätzung folgt einer einseitigen Gründesuche, und bewusst Gründe zu generieren, warum das Urteil falsch sein könnte, ist es, was die Zuversicht rekalibriert. (rct)
Es reduziert, eliminiert aber nicht Verzerrung, und es kostet Anstrengung – Menschen lassen es unter Zeitdruck fallen.
Quellen
- Lord, Lepper & Preston (1984), considering the opposite reduces biased assimilation, J. Personality & Social Psychology
- Lord, C. G., Lepper, M. R., & Preston, E. (1984). Considering the opposite: A corrective strategy for social judgment. Journal of Personality and Social Psychology, 47(6), 1231–1243.
- Koriat, A., Lichtenstein, S., & Fischhoff, B. (1980). Reasons for confidence. Journal of Experimental Psychology: Human Learning and Memory, 6(2), 107–118.
Häufiger Fehler
Ein Token-Gegenargument zu generieren, das Sie nie geglaubt haben, und es dann zu verwerfen. Die Übung funktioniert nur, wenn Sie wirklich versuchen, den Gegenfall aufzubauen.
Übe das mit IX Coach
More practices for Schnelles Denken, langsames Denken, nutzbar gemacht
- Bemerken, welches System steuert
Fragen Sie vor einer Entscheidung, ob dies ein System-1- (Schnellschuss) oder System-2-Problem (anstrengend) ist.
- Bei hochriskanten, unumkehrbaren Entscheidungen verlangsamen
Passen Sie bewusstes Denken an die Kosten des Irrtums an: investieren Sie System 2, wo Umkehrung schwer ist.
- Die Außenperspektive einnehmen (Basisraten)
Schätzen Sie anhand der Erfolgsbilanz ähnlicher Fälle statt anhand der lebhaften Details Ihres eigenen.
- Auf Ankerung achten
Erkennen Sie, wenn eine willkürliche erste Zahl still Ihre Schätzung zieht.
- Leichter Flüssigkeit misstrauen
Behandeln Sie "das fühlt sich offensichtlich richtig an" als Prüfsignal, nicht als Fortfahrsignal.