Der Kreisprozess (Kay Pranis)

Gleiche Stimme, strukturierter Dialog und Heilung im Kreis

Was ist der Kreisprozess und wie heilt er Schaden?

Der von Kay Pranis aus indigenen Friedenstraditionen entwickelte Kreisprozess ist ein strukturiertes Gruppengespräch, das mit einer gemeinsamen Mitte, einem Redegegenstand und leitenden Werten einen Raum schafft, in dem jede Stimme gleiches Gewicht hat. Er wird für Konfliktlösung, Gemeinschaftsbildung und Schadensheilung genutzt. Forschung zur Nutzung von Kreisen in Schulen und Gemeinschaften zeigt Verbesserungen bei Disziplinquoten, Zugehörigkeitsgefühl und Konfliktausgängen, wenngleich strenge experimentelle Belege begrenzt sind.

Die meisten Konfliktgespräche werden von Hierarchie geprägt: Wer mehr Macht hat, spricht mehr, lenkt mehr und wird mehr gehört. Der Kreisprozess durchbricht diese Struktur gezielt. Indem er Teilnehmende in eine gleiche physische Anordnung bringt, einen Redegegenstand herumreicht, der jeder Person nacheinander das Wort gibt, und mit geteilten Werten eröffnet, schafft er Bedingungen, unter denen Menschen, die sonst übergangen werden, gehört werden können — und Menschen, die sonst dominieren, zuhören müssen. Kay Pranis hat diese Praxis aus indigenen Friedenstraditionen kodifiziert und in Schulen, Gerichte und Arbeitsplätze gebracht.

Übungen

Übe das mit IX Coach

Übe das mit IX Coach

Verwandte Konzepte