Restorative Justice (Howard Zehr)
Schaden durch Verantwortlichkeit reparieren, nicht durch Strafe
Was ist Restorative Justice, und wie funktioniert sie?
Restorative Justice ist ein Ansatz zu Schaden, der sich auf die Reparatur von Beziehungen und das Erfüllen der Bedürfnisse der Geschädigten konzentriert, statt auf Strafe. Entwickelt von Howard Zehr und anderen, stellt sie drei Fragen: Wer wurde geschädigt? Was brauchen sie? Wer ist verantwortlich, diese Bedürfnisse zu erfüllen? Forschung zu Restorative-Justice-Programmen zeigt höhere Opferzufriedenheit und in vielen Kontexten niedrigere Rückfallquoten im Vergleich zu konventionellen strafenden Ansätzen – wobei die Ergebnisse je nach Kontext variieren.
Die meisten Konfliktlösungssysteme fragen: Welche Regel wurde gebrochen, und welche Strafe ist angemessen? Restorative Justice stellt eine andere Reihe von Fragen: Wer wurde geschädigt, was brauchen sie, und was kann die Person, die den Schaden verursacht hat, tun, um es wiedergutzumachen? Howard Zehrs Rahmenwerk – entwickelt über Jahrzehnte der Arbeit im Strafrecht und später in Schulen, Arbeitsplätzen und Gemeinschaften übernommen – kehrt die übliche Logik um. Die folgenden Praktiken bringen dieses Rahmenwerk in alltägliche Konflikte und Teams.
Übungen
- Die drei Restorative-Justice-Fragen stellen
Jedes Schadensgespräch beginnen mit: Wer wurde verletzt, was brauchen sie, und wer ist verantwortlich, diese Bedürfnisse zu erfüllen?
- Sicherstellen, dass die Teilnahme für alle Parteien freiwillig ist
Restorative Prozesse funktionieren nur, wenn alle – besonders die geschädigte Partei – sich für die Teilnahme entscheiden.
- Den Schaden durch eine Wirkungsaussage sichtbar machen
Die Person, die Schaden verursacht hat, muss im Detail hören, was der Schaden der geschädigten Person tatsächlich angetan hat.
- Eine konkrete Verantwortlichkeitsvereinbarung aufbauen
Verantwortlichkeit ist ein Plan, kein bloßes Gefühl – aufschreiben, was von wem bis wann getan wird.
- Die betroffene Gemeinschaft einbeziehen, nicht nur die zwei Parteien
Schaden betrifft selten nur zwei Personen – jene einbeziehen, die von den Wellen betroffen sind.
- Auf Reintegration abzielen, nicht auf dauerhafte Etikettierung
Verantwortlichkeit ist keine dauerhafte Identität; das Ziel ist, dass die verantwortliche Partei als vollwertiges Mitglied in die Gemeinschaft zurückkehrt.
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