Einen adversariellen Mitstreiter einladen

Finden Sie jemanden, dessen echte Vorannahme das Gegenteil Ihrer ist, und arbeiten Sie gemeinsam an derselben Evidenz.

Why it works

Adversarielle Zusammenarbeit – von Daniel Kahneman als Methode für wissenschaftliche Streitfragen vorgeschlagen – weist einer Person mit gegenteiliger Vorannahme zu, dieselbe Frage gemeinsam zu untersuchen. Anders als bloße Exposition gegenüber Gegenargumenten erfordert dies echte gemeinsame Analyse, was Abtun strukturell erschwert: Der Gegner ist im Raum und wird jedes motivierte Denken sofort herausfordern. Die geteilte öffentliche Verpflichtung zum Ergebnis reduziert zudem motiviertes Denken auf beiden Seiten.

How to do it

  1. Identifizieren Sie eine wichtige Entscheidung oder Überzeugung, bei der Sie eine starke Vorannahme haben.
  2. Finden Sie jemanden mit einer echten gegenteiligen Ansicht und einem Interesse daran, recht zu haben – nicht nur einen Advocatus Diaboli.
  3. Einigen Sie sich, was als Evidenz zählen würde, und teilen Sie den Analyseprozess.
  4. Verpflichten Sie sich öffentlich, das Ergebnis zu akzeptieren, selbst wenn es Ihrer Vorannahme widerspricht.

Evidenz

Adversarielle Zusammenarbeit wurde von Kahneman und Kollegen genutzt, um wissenschaftliche Streitfragen zu unbewusster Kognition zu lösen. Ihre Wirksamkeit als individuelles Debiasing-Werkzeug ist mechanistisch fundiert, hat aber weniger formale experimentelle Prüfung als die Labor-Bias-Interventionen. Mellers, Hertwig & Kahneman (2001) sind eine dokumentierte Instanz der Methode in der Praxis – gegnerische Forscher gestalteten gemeinsam Experimente, um zu klären, ob Häufigkeitsrahmung Konjunktionseffekte eliminiert, was zeigt, wie gemeinsame Verpflichtung zum Design motiviertes Denken einschränkt. (clinical)

Adversarielle Zusammenarbeit erfordert einen willigen, fähigen und echt gegenteiligen Partner – im Alltag schwer zu arrangieren. Am nützlichsten für Entscheidungen mit hohem Einsatz.

Quellen

Häufiger Fehler

Einen „Advocatus Diaboli“ einzusetzen, der die Gegenposition nicht wirklich glaubt – er produziert schwächere, weniger anhaltende Herausforderungen als ein echter Überzeugter, und beide Seiten wissen das.

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