Die Analyse strukturieren, bevor Sie nach Evidenz suchen

Definieren Sie, wonach Sie suchen und was als Evidenz zählen würde, bevor Sie mit der Suche beginnen.

Why it works

Der Bestätigungsfehler wirkt stark bei der Suche: Die Formulierung einer Suchanfrage, die gewählten Datenbanken, das erste angeklickte Ergebnis – alles wird von der Vorannahme geprägt. Im Voraus festzulegen, welche Evidenz für und gegen die Hypothese zählen würde und welche Quellen maßgeblich wären, reduziert die Anfälligkeit des Suchprozesses für motivierte Filterung. Es verwandelt eine offene Erkundung in einen vorregistrierten Test.

How to do it

  1. Schreiben Sie vor der Recherche zu einer Frage: „Ich werde meine Hypothese als bestätigt betrachten, wenn ich X finde; als widerlegt, wenn ich Y finde.“
  2. Listen Sie die drei oder vier glaubwürdigsten Quellen auf – nicht die, die am wahrscheinlichsten bestätigen.
  3. Verpflichten Sie sich, das Ergebnis der strukturierten Suche zu berichten, nicht nur die Befunde, auf die Sie zufällig gestoßen sind.
  4. Führen Sie die Suche wie geplant durch und bewerten Sie dann.

Evidenz

Präregistrierung in der Wissenschaft – Hypothesen und Analysepläne vor der Datenerhebung festzulegen – reduziert zuverlässig die Rate falsch-positiver Befunde, was zeigt, dass Struktur-vor-Suche eine wirksame Anti-Bias-Intervention auf institutioneller Ebene ist. (observational)

Präregistrierung funktioniert bei wissenschaftlichen Studien mit klaren Ergebnissen; informelle alltägliche Evidenzsuche ist schwerer auf dieselbe rigorose Weise vorzuregistrieren.

Quellen

Häufiger Fehler

Die Hypothese erst nach Beginn der Suche zu formulieren, wenn die Suchergebnisse bereits geprägt haben, was „wichtig“ erscheint – eine subtile Form des HARKing (Hypothesenbildung, nachdem Ergebnisse bekannt sind).

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