Die eigenen Geschichten meistern
Die Fakten von der Geschichte trennen, die man sich über sie erzählt, bevor man reagiert.
Why it works
Zwischen einem Ereignis und dem eigenen Gefühl liegt eine Geschichte — eine Deutung —, die die Emotion oft stärker antreibt als die Fakten. Die Geschichte zu erkennen (besonders „Bösewicht“-, „Opfer“- und „Hilflos“-Geschichten) und sie zu hinterfragen erlaubt es, die eigene Reaktion zu wählen, statt von einer ungeprüften Deutung gekapert zu werden.
How to do it
- Die beobachtbaren Fakten von der Bedeutung trennen, die man ihnen hinzugefügt hat.
- Die eigene Geschichte hinterfragen: „Warum könnte eine vernünftige Person das tun?“
- Auf die drei üblichen Geschichten achten — die andere Person zum Bösewicht, sich selbst zum Opfer oder sich selbst zum Hilflosen machen.
Evidenz
Läuft eng parallel zur kognitiven Bewertungstheorie und dem kognitiven Emotionsmodell, die beide gut gestützt sind: Deutung, nicht das Ereignis allein, formt die emotionale Reaktion. (mechanistic)
Der zugrunde liegende Bewertungsmechanismus ist gut belegt; die „Meistere-deine-Geschichten“-Verpackung ist Praktikerrahmung davon.
Quellen
- Lazarus, R. S. (1991). Progress on a Cognitive-Motivational-Relational Theory of Emotion. American Psychologist, 46(8), 819–834.
- Gross, J. J., & John, O. P. (2003). Individual Differences in Two Emotion Regulation Processes: Implications for Affect, Relationships, and Well-Being. Journal of Personality and Social Psychology, 85(2), 348–362.
Häufiger Fehler
Die eigene Deutung als Tatsache behandeln („sie respektiert mich eindeutig nicht“) und auf die Geschichte reagieren, als wäre sie das Ereignis.
Übe das mit IX Coach
More practices for Crucial Conversations, praktisch umgesetzt
- Sicherheit schaffen
Psychologische Sicherheit schützen, damit die andere Person im Dialog bleibt, statt zu verstummen oder feindselig zu werden.
- Gemeinsamen Zweck finden
Ein geteiltes Ziel etablieren, das beiden wichtig ist, sodass das Gespräch „wir gegen das Problem“ wird.
- STATE für deinen Weg
Die eigene Sicht ehrlich teilen, aber so, dass die andere Person offen bleibt: erst Fakten, dann Geschichte, vorsichtig formuliert.
- Hinsehen lernen
Das Gespräch und sich selbst auf den Moment beobachten, in dem es entscheidend wird und die Sicherheit sinkt.
- Zur Handlung übergehen
Das Gespräch abschließen, indem man festlegt, wie Entscheidungen getroffen werden, dann zuweist, wer was bis wann macht.