Widersetze dich der umgekehrten Delegation (das „Affen-Zurück"-Problem)

Wenn dir eine mitarbeitende Person ihren Affen bringt, nimm ihn nicht — schick ihn zurück, mit dem nächsten Schritt bei ihr.

Why it works

William Oncken und Donald Wass beschrieben, wie „Führungszeit" von Mitarbeitenden beansprucht wird, die Verantwortung nach oben eskalieren. Wenn eine Führungskraft eine bereits delegierte Aufgabe zurücknimmt, zeigt sie, dass Eskalation nach oben funktioniert, und belohnt sie. Die Führungskraft wird zum Engpass; die mitarbeitende Person zur Bittstellerin. Dem entgegenzuwirken erfordert einen bestimmten Gesprächszug: den nächsten Schritt explizit an die Person zurückzugeben, die ihn gebracht hat.

How to do it

  1. Wenn jemand sagt „wir haben ein Problem" und dich ansieht, frage „was ist dein empfohlener nächster Schritt?"
  2. Sagt die Person „ich weiß nicht", sag „denk drüber nach und komm mit einer Option bis [Zeitpunkt] zurück" — fülle die Lücke nicht selbst.
  3. Wenn du doch bei etwas Delegiertem handelst, benenne das ausdrücklich, damit es eine bewusste Ausnahme ist, kein Muster.
  4. Nach jedem Meeting, in dem du die Aufgabe von jemandem übernommen hast, gib sie noch vor Ende der Woche an dessen Namen zurück.

Evidenz

Der Artikel „Who's Got the Monkey?" (Oncken & Wass, 1974) in der Harvard Business Review gehört zu den meist nachgedruckten HBR-Artikeln überhaupt, was auf breite Praxisresonanz hindeutet. Der Mechanismus deckt sich mit Organisationsforschung zu Eskalation von Verpflichtungen und Führungsüberlastung. (clinical)

Die Affen-Metapher ist praxiserprobtes Wissen; kontrollierte Studien zu umgekehrter Delegation als isoliertem Phänomen liegen nicht vor.

Quellen

Häufiger Fehler

Die Aufgabe zu übernehmen und dabei zu sagen „das ist das letzte Mal" — was genau das Verhalten belohnt, weil es beweist, dass die Strategie einmal funktioniert hat.

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