Das Duale-Prozess-Modell der Trauer, praktisch angewendet

Gesunde Trauer als Oszillation zwischen dem Eingehen auf Verlust und dem Wiederaufbau des Lebens

Das duale Prozessmodell der Trauer: wie Oszillation hilft

Das Duale-Prozess-Modell (DPM), entwickelt von Margaret Stroebe und Henk Schut, beschreibt gesunde Trauer als Oszillation zwischen zwei Ausrichtungen: verlustorientiert (sich mit dem Schmerz des Verlustes der Person auseinandersetzen) und wiederherstellungsorientiert (sich den praktischen und identitätsbezogenen Herausforderungen des Lebens ohne sie widmen). Das Modell ist in der Trauerforschung gut angesehen und liefert ein Rahmenwerk dafür, warum Pausen von der Trauer gesund sind, nicht vermeidend.

Das Duale-Prozess-Modell rahmt Trauer von einer linearen Stufenfolge in einen dynamischen, wechselseitigen Prozess um. Trauernde bewegen sich natürlich zwischen dem direkten Eingehen auf den Verlust (Verlustorientierung: weinen, vermissen, Trauerarbeit) und der Zuwendung zu Lebensanforderungen und Wiederherstellung (Wiederherstellungsorientierung: praktische Veränderungen managen, eine neue Identität aufbauen, sich Pausen vom Trauern nehmen). Das Modell sagt voraus, dass diese Oszillation sowohl normal als auch notwendig ist – zu viel Verlustfokus ohne Erholungszeit kann überwältigend sein; zu viel Wiederherstellungsfokus ohne Verlustauseinandersetzung kann Trauer unterdrücken. Stroebe und Schut entwickelten das DPM teils als Reaktion auf die Grenzen von Stufenmodellen und teils, um individuelle und kulturelle Unterschiede im Trauerstil zu berücksichtigen.

Übungen

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