Den eigenen natürlichen Trauerstil erkennen und darauf einstellen
Wisse, ob du eher zu Verlust- oder Wiederherstellungsorientierung neigst – und gleiche entsprechend aus.
Why it works
Menschen unterscheiden sich verlässlich in ihrem natürlichen Trauerstil: intuitive Trauernde (eher verlustorientiert, emotionaler Ausdruck überwiegt) und instrumentelle Trauernde (eher wiederherstellungsorientiert, Handeln und kognitive Verarbeitung überwiegen) sind erkennbar unterschiedliche Typen. Keiner ist per se pathologisch, aber jeder riskiert, in seinem dominanten Modus festzustecken. Den eigenen Stil zu kennen erlaubt bewusste Nutzung der gegenteiligen Ausrichtung.
How to do it
- Reflektiere: Wenn du belastet bist, suchst du typischerweise, die Emotion auszudrücken und zu fühlen, oder das Problem zu analysieren und zu lösen?
- Wenn du vorwiegend expressiv bist: Stelle sicher, dass du auch praktischen Wiederherstellungsaufgaben Aufmerksamkeit schenkst.
- Wenn du vorwiegend handlungsorientiert bist: Prüfe, ob du nicht die emotionalen Dimensionen des Verlustes vermieden hast.
- Teile dein Bewusstsein für deinen Stil mit Unterstützungspersonen, damit sie die Art von Unterstützung bieten können, die hilft statt frustriert.
Evidenz
Martins und Dokas Typologie intuitiver/instrumenteller Trauerstile ist eine etablierte klinische Typologie im Trauerfeld; sie stimmt mit den dualen Ausrichtungen des DPM überein und wird in der Trauerberatungsausbildung genutzt. (clinical)
Die Unterscheidung intuitiv/instrumentell ist ein Kontinuum, keine Binärkategorie; die meisten Menschen nutzen beide Stile, und die Forschung ist größtenteils beobachtend und klinisch beschreibend statt experimentell validiert.
Quellen
- Martin & Doka (2000), Men Don’t Cry, Women Do: Transcending Gender Stereotypes of Grief
Häufiger Fehler
Den eigenen Trauerstil an einem kulturellen Maßstab messen (z. B. Männer, die instrumentell trauern und sich als kalt beurteilen, oder Frauen, die analytisch trauern und sich als gefühllos beurteilen), statt beide Stile als gültig anzuerkennen.
Übe das mit IX Coach
More practices for Das Duale-Prozess-Modell der Trauer, praktisch angewendet
- Bewusst verlustorientierte Arbeit betreiben
Reserviere dedizierte Zeit, um dich direkt der Trauer zu stellen – den Gefühlen, der Abwesenheit, der Bedeutung des Verlustes.
- Bewusst Pausen von der Trauer nehmen
Gib dir echte Erlaubnis, dich auf das gewöhnliche Leben einzulassen – das ist Wiederherstellungsorientierung, keine Vermeidung.
- Die Oszillation bewusst regulieren
Wenn du zu lange in einer Ausrichtung verbringst, wechsle bewusst zur anderen.
- Sekundäre Stressoren identifizieren und angehen
Benenne die praktischen, identitätsbezogenen und relationalen Herausforderungen, die der Verlust geschaffen hat – und arbeite als Wiederherstellung daran.
- Erkennen, wie kulturelle Normen die eigene Trauer formen
Prüfe, ob kulturelle Skripte darüber, wie lange und wie viel man trauern soll, deine Erfahrung formen.