Die Oszillation bewusst regulieren
Wenn du zu lange in einer Ausrichtung verbringst, wechsle bewusst zur anderen.
Why it works
Natürliche Oszillation kann sich festfahren: Manche Trauernde bleiben in Verlustorientierung stecken (chronische Trauer), andere in Wiederherstellungsorientierung (abwesende oder verzögerte Trauer). Bewusste Regulation der Oszillation – bewusstes Wechseln, wenn die aktuelle Ausrichtung zu lange dominiert hat – ist die aktive Praxis, die das DPM für klinische Intervention nahelegt.
How to do it
- Verfolge deine Woche: Schätze den Anteil der Zeit in Verlustorientierung versus Wiederherstellungsorientierung.
- Wenn Verlustorientierung die ganze Woche dominiert, führe bewusst eine Wiederherstellungsaktivität ein.
- Wenn Wiederherstellungsorientierung dominiert und Verlust nicht bearbeitet wurde, plane eine verlustorientierte Sitzung.
- Das Ziel ist kein bestimmtes Verhältnis, sondern eine erkennbare Oszillation – regelmäßige Bewegung zwischen beiden.
Evidenz
Die regulatorische Funktion wird durch das DPM-Rahmenwerk nahegelegt und steht im Einklang mit Selbstregulationstheorie; klinische Anwendungen des DPM adressieren explizit festgefahrene Oszillation (chronische Trauer, abwesende Trauer) als Interventionsziele. (mechanistic)
Optimale Oszillationsfrequenz und die genauen Kriterien für "festgefahren" sind in der DPM-Literatur nicht empirisch definiert; klinisches Urteilsvermögen leitet dies in der Praxis.
Quellen
- Stroebe, M. S., & Schut, H. (1999). The dual process model of coping with bereavement: Rationale and description. Death Studies, 23(3), 197–224.
- Stroebe, M., & Schut, H. (2016). Overload: A missing link in the dual process model? OMEGA — Journal of Death and Dying, 74(1), 96–109.
Häufiger Fehler
Warten, bis Überwältigung (in Verlustorientierung) oder Schuld (in Wiederherstellungsorientierung) den Wechsel erzwingt, statt die Oszillation bewusst zu steuern, bevor sie extrem wird.
Übe das mit IX Coach
More practices for Das Duale-Prozess-Modell der Trauer, praktisch angewendet
- Bewusst verlustorientierte Arbeit betreiben
Reserviere dedizierte Zeit, um dich direkt der Trauer zu stellen – den Gefühlen, der Abwesenheit, der Bedeutung des Verlustes.
- Bewusst Pausen von der Trauer nehmen
Gib dir echte Erlaubnis, dich auf das gewöhnliche Leben einzulassen – das ist Wiederherstellungsorientierung, keine Vermeidung.
- Sekundäre Stressoren identifizieren und angehen
Benenne die praktischen, identitätsbezogenen und relationalen Herausforderungen, die der Verlust geschaffen hat – und arbeite als Wiederherstellung daran.
- Den eigenen natürlichen Trauerstil erkennen und darauf einstellen
Wisse, ob du eher zu Verlust- oder Wiederherstellungsorientierung neigst – und gleiche entsprechend aus.
- Erkennen, wie kulturelle Normen die eigene Trauer formen
Prüfe, ob kulturelle Skripte darüber, wie lange und wie viel man trauern soll, deine Erfahrung formen.