Die Rückschau mit einer echten positiven Bestandsaufnahme ausbalancieren
Liste drei konkrete Dinge auf, die du heute gut gemacht hast – nicht drei Dinge, die gut liefen, sondern drei Dinge, die du getan hast.
Why it works
Menschen haben eine Negativitätsverzerrung sowohl in der Selbstbewertung als auch in der Wahrnehmung: Wir erinnern uns lebhafter und länger an Fehler als an Erfolge. Die pythagoreische Vorgabe, zu benennen, was man richtig gemacht hat, ist keine wohlfühlende Zugabe, sondern eine Kalibrierung gegen diese Verzerrung. Selbstwirksamkeit – der Glaube, dass man die erforderlichen Handlungen ausführen kann – wird primär durch Meisterschaftserfahrungen aufgebaut, und die positive Bestandsaufnahme macht diese Erfahrungen sichtbar statt unsichtbar.
How to do it
- Liste jeden Abend drei konkrete Dinge auf, die du heute gut gemacht hast – Handlungen, nicht Ergebnisse.
- Mach sie konkret: 'Ich behielt in dem schwierigen Meeting meine Geduld' statt 'Ich war heute ziemlich gut.'
- Verweile dreißig Sekunden dabei, bevor du zur negativen Rückschau übergehst.
- Verfolge über die Zeit, ob die positive Bestandsaufnahme Material liefert (Zeichen von Engagement) oder schwer zu füllen ist (Zeichen von Vermeidung oder Entkopplung).
Evidenz
Drei-gute-Dinge-Übungen haben vernünftige Evidenz für die Steigerung des Wohlbefindens und die Reduktion depressiver Symptome; die Unterscheidung hier liegt auf Handlungen, die man getan hat (Handlungsfähigkeit) statt Ereignissen, die geschahen (Glück). Seligmans und Kollegen kontrollierte Validierung positiv-psychologischer Interventionen fand, dass die 'Drei gute Dinge'-Übung Glückssteigerungen und Rückgang depressiver Symptome erzeugte, die noch Monate nach Ende der Übung anhielten. (observational)
Seligman et al. untersuchten 'drei gute Dinge' ohne den spezifischen Fokus auf Handlungen statt Ereignisse; der Handlungsfokus ist eine theoretisch motivierte Modifikation, keine separat getestete Variante.
Quellen
- Seligman, M.E.P. et al. (2005), Positive psychology progress: Empirical validation of interventions, American Psychologist
- Seligman, M. E. P., Steen, T. A., Park, N., & Peterson, C. (2005). Positive psychology progress: Empirical validation of interventions. American Psychologist, 60(5), 410-421.
Häufiger Fehler
Dinge auflisten, die zufällig gut liefen, statt Dinge, die du gewählt und gut ausgeführt hast – was Glück statt echter Selbstwirksamkeit gutschreibt.
Übe das mit IX Coach
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