Entwickle Interesse in Bereichen, in denen es aktuell fehlt
Interesse ist nicht fest – es lässt sich durch grundlegendes Verständnis und frühe Erfolgserlebnisse kultivieren.
Why it works
Hidi und Renningers Vier-Phasen-Modell der Interessenentwicklung zeigt, dass Interesse von ausgelöstem situativem Interesse (etwas Äußeres zieht die Aufmerksamkeit an) über aufrechterhaltenes Interesse zu entwickeltem individuellem Interesse (einer dauerhaften Disposition) fortschreitet. Die Übergänge brauchen spezifische Auslöser: frühe Erfolgserlebnisse und grundlegende Kompetenz lösen aufrechterhaltenes Interesse aus; persönliche Bedeutung und Wissen vertiefen es zu individuellem Interesse. Man kann diese Auslöser gezielt für Bereiche gestalten, in denen man intrinsischen Wert entwickeln will.
How to do it
- Wähle einen Bereich, in dem du Motivation brauchst, aber aktuell geringes intrinsisches Interesse hast.
- Finde einen einzelnen Aspekt im Bereich, der etwas berührt, das du bereits interessant findest – und sei es noch so klein.
- Bau dort erste Kompetenz auf: Die erste Fähigkeit, die du beherrschst, erzeugt den frühen Erfolg, der aufrechterhaltenes Interesse auslöst.
- Erweitere schrittweise vom Einstiegspunkt aus, während aufrechterhaltenes Interesse zu echtem individuellem Interesse heranwächst.
Evidenz
Hidi und Renningers Vier-Phasen-Modell der Interessenentwicklung wird durch ein breites Feld bildungs- und motivationspsychologischer Forschung gestützt; der Phasenverlauf ist beobachtungsseitig gut dokumentiert. (observational)
Interessenentwicklung braucht Zeit, und die Phasen lassen sich nicht abkürzen; situatives Interesse auszulösen ist relativ leicht, individuelles Interesse zu entwickeln erfordert anhaltendes Engagement.
Quellen
- Hidi & Renninger (2006), "The four-phase model of interest development", Educational Psychologist
Häufiger Fehler
Versuchen, intrinsisches Interesse durch reine Willenskraft statt durch die Entwicklungssequenz zu erzeugen – Interesse, das nicht aus echtem Engagement entsteht, erlischt schnell wieder.
Übe das mit IX Coach
More practices for Erwartungs-Wert-Theorie: Warum du dich anstrengst (oder nicht)
- Erkenne, ob du bei der Erwartung oder beim Wert feststeckst
Bevor du versuchst, dich zu motivieren, identifiziere, welcher der beiden Faktoren tatsächlich niedrig ist.
- Baue Erwartung durch Erfolgserlebnisse auf, nicht nur durch Affirmationen
Erwartung – der Glaube, erfolgreich sein zu können – wächst aus echten kleinen Erfolgen, nicht aus Selbstgesprächen.
- Mach den Nutzwert sichtbar, indem du eine Aufgabe mit bereits wichtigen Zielen verbindest
Eine langweilige Aufgabe kann motivierend werden, wenn du konkret siehst, wie sie einem dir wichtigen Ziel dient.
- Senke die wahrgenommenen Kosten der Aufgabe, nicht nur ihren Wert
Hohe Kosten – Aufwand, Angst oder Opportunitätskosten – können selbst echt geschätzte Aufgaben zunichtemachen; Kostensenkung ist ein oft übersehener Motivationshebel.
- Verbinde die Aufgabe mit deiner Identität, um den Erreichungswert zu aktivieren
Aufgaben, die für dein Selbstverständnis relevant sind, nicht nur für das, was du willst, haben eine eigene, schwerer erschöpfbare Motivationsquelle.
- Mach dir sozialisierte Werte und Erwartungen bewusst, um verdeckte Motivationsbarrieren abzubauen
Die Erwartungen anderer und übernommene Werte prägen, ob du glaubst, in einen Bereich zu gehören – implizite Botschaften explizit zu machen löst verdeckte Motivationsblockaden.
Verwandte Konzepte
- Selbstwirksamkeit: Den Glauben aufbauen, dass Sie es können
The four sources of efficacy beliefs, and how to grow each one
- Selbstbestimmungstheorie, nutzbar gemacht
The three needs that make motivation self-sustaining
- Growth Mindset: Die ehrliche Version
The fixed-vs-growth idea, the real mechanisms, and where the evidence is weak