Leite ein verallgemeinerbares Prinzip aus dem Beobachteten ab

Frag dich nach der Beobachtung: "Welche allgemeine Regel bestätigt oder widerlegt diese Erfahrung?"

Why it works

Abstrakte Begriffsbildung ist Kolbs Begriff für den Schritt, der Beobachtungen in übertragbares Wissen umwandelt – ein Prinzip, eine Faustregel, ein überarbeitetes Modell. Ohne diesen Schritt erzeugt Reflexion Erkenntnis über ein einzelnes Ereignis, aber kein übertragbares Lernen. Der kognitive Prozess ist im Kern induktives Schließen: Was legen mehrere Beobachtungen über das zugrunde liegende Muster nahe?

How to do it

  1. Sieh dir deine reflektierenden Beobachtungen aus dem vorherigen Schritt an.
  2. Frage: "Wenn ich das verallgemeinere, welche Regel oder welches Prinzip legt es nahe?"
  3. Prüfe das Prinzip an anderen Erfahrungen: Hält es stand, oder braucht es Einschränkungen?
  4. Formuliere das Prinzip explizit – "Wenn X, dann tendiert Y dazu zu passieren, weil Z."

Evidenz

Der Wert, explizite Prinzipien aus Erfahrung abzuleiten, wird durch Forschung zu analogem Lernen und zum Generierungseffekt gestützt: selbst abgeleitete Prinzipien zeigen bessere Behaltensleistung und Transfer als übernommene. Kolbs spezifisches Phasenmodell ist eine theoretische Ordnung dieser Prozesse. (mechanistic)

Kolbs Vier-Phasen-Modell und das zugehörige Lernstil-Instrument wurden psychometrisch kritisiert; der Nutzen, Phasen explizit zu unterscheiden, ist theoretisch, nicht empirisch isoliert belegt.

Quellen

Häufiger Fehler

Die Reflexion auf der Beobachtungsebene enden lassen – "Ich habe bemerkt, dass X passiert ist" – ohne ein verallgemeinerbares Prinzip abzuleiten, sodass die Erkenntnis nur zu diesem Ereignis gehört und nicht vorwärts angewendet werden kann.

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