Trenne Widrigkeit, Überzeugung und Konsequenz

Bemerke, dass deine Gefühle aus deiner Überzeugung über ein Ereignis folgen, nicht aus dem Ereignis selbst.

Why it works

Menschen nehmen an, Widrigkeit verursache ihre emotionale Reaktion direkt (A → C), sodass die Reaktion unausweichlich wirkt. Das ABC-Modell fügt die Überzeugung ein (A → B → C) und zeigt, dass die *Interpretation* das Gefühl antreibt. Die Überzeugung als eigenständiges, editierbares Glied zu sehen, macht es überhaupt erst möglich, die Konsequenz zu ändern.

How to do it

  1. Schreib die Widrigkeit auf (was objektiv passiert ist).
  2. Schreib die Überzeugung auf (die Erklärung, die du dir dazu gegeben hast).
  3. Schreib die Konsequenz auf (was du gefühlt und getan hast) – und prüfe dann, ob die Überzeugung, nicht das Ereignis, sie erzeugt hat.

Evidenz

Das ABC-Modell stammt aus Albert Ellis' rational-emotiver Verhaltenstherapie und liegt dem kognitiven Emotionsmodell zugrunde, auf dem die KVT – mit starker randomisierter Studienbelege – aufbaut. Eine systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse über fünfzig Jahre rational-emotiver und kognitiver Verhaltenstherapie fand den überzeugungsfokussierten Ansatz, den das ABC-Modell formalisiert, breit wirksam. (rct)

Das Modell ist ein klinisches Rahmenwerk; es isoliert die Überzeugung, garantiert aber nicht von selbst, dass die Überzeugung falsch ist.

Quellen

Häufiger Fehler

Überzeugung mit Widrigkeit zusammenfallen lassen ("er hat mich ignoriert, das heißt, er hasst mich") und die Interpretation als Teil des Ereignisses behandeln – das verbirgt das editierbare Glied.

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