Erkenne die drei Ps in deinen Erklärungen
Bemerke, ob du einen Rückschlag als dauerhaft, alles durchdringend und persönlich liest – die pessimistische Signatur.
Why it works
Pessimistischer Erklärungsstil hat eine erkennbare Struktur: schlechte Ereignisse werden als dauerhaft ("immer"), alles durchdringend ("alles") und persönlich ("meine Schuld") erklärt. Diese drei Marker in deinem Selbstgespräch zu erkennen, verwandelt eine automatische, stimmungsvertiefende Gewohnheit in etwas Beobachtbares – und nur was man sehen kann, kann man hinterfragen.
How to do it
- Schreib nach einem Rückschlag deine Bauchgefühl-Erklärung dafür auf.
- Prüfe sie an den drei Ps: Ist sie dauerhaft? Alles durchdringend? Persönlich?
- Unterstreiche jeden pessimistischen Marker, damit das Muster sichtbar wird.
Evidenz
Das dreidimensionale Modell des Erklärungsstils (und seine Messung) stammt aus einem umfangreichen Forschungsprogramm; pessimistischer Stil auf diesen Dimensionen ist über mehrere Längsschnittstudien hinweg mit höherem Depressionsrisiko und schlechterem Durchhaltevermögen verbunden. Eine fünfunddreißigjährige Längsschnittstudie fand, dass pessimistischer Erklärungsstil im frühen Erwachsenenalter Jahrzehnte später schlechtere körperliche Gesundheit vorhersagte und das Risiko über die Stimmung hinaus erweitert. (observational)
Der Zusammenhang ist korrelativ und wechselseitig – auch schlechte Stimmung erzeugt pessimistische Erklärungen, sodass Stil einer von mehreren Faktoren ist.
Quellen
- Peterson, Seligman & colleagues, explanatory style and the Attributional Style Questionnaire; longitudinal depression studies
- Peterson, C., Semmel, A., von Baeyer, C., Abramson, L. Y., Metalsky, G. I., & Seligman, M. E. P. (1982). The Attributional Style Questionnaire. Cognitive Therapy and Research, 6(3), 287-300.
- Alloy, L. B., Abramson, L. Y., Whitehouse, W. G., Hogan, M. E., Panzarella, C., & Rose, D. T. (2006). Prospective incidence of first onsets and recurrences of depression in individuals at high and low cognitive risk for depression. Journal of Abnormal Psychology, 115(1), 145-156.
- Peterson, C., Seligman, M. E. P., & Vaillant, G. E. (1988). Pessimistic explanatory style is a risk factor for physical illness: A thirty-five-year longitudinal study. Journal of Personality and Social Psychology, 55(1), 23-27.
Häufiger Fehler
Die drei Ps erkennen und dann schließen "also bin ich Pessimist" – was selbst eine dauerhafte, persönliche Erklärung ist. Ziel ist, das Muster in einer einzelnen Erklärung zu erkennen, nicht sich selbst neu zu etikettieren.
Übe das mit IX Coach
More practices for Erklärungsstil: Optimismus, Pessimismus und erlernter Optimismus
- Widerlege die pessimistische Erklärung
Behandle einen pessimistischen Gedanken wie eine Anschuldigung eines externen Kritikers und widersprich mit Belegen.
- Trenne Widrigkeit, Überzeugung und Konsequenz
Bemerke, dass deine Gefühle aus deiner Überzeugung über ein Ereignis folgen, nicht aus dem Ereignis selbst.
- Erkläre auch gute Ereignisse optimistisch
Lies deine Erfolge als dauerhaft, alles durchdringend und persönlich – der optimistische Spiegel der drei Ps.
- Entkatastrophisiere mit dem Rahmen Worst Case / Best Case / Wahrscheinlichster Fall
Begegne "alles ist ruiniert" mit der Benennung des schlimmsten Falls, des besten Falls und des wahrscheinlichsten Falls.
- Praktiziere flexiblen, nicht blinden Optimismus
Wähle Optimismus, wo die Fehlerkosten gering sind, und nüchternen Realismus, wo viel auf dem Spiel steht.