Die Kosten der Untätigkeit berechnen
Projiziere die Kosten – finanziell, emotional, körperlich – von NICHT-Handeln, nach 6 Monaten, 1 Jahr, 3 Jahren.
Why it works
Verlustaversion und Gegenwartspräferenz lassen die sichtbaren Risiken des Handelns größer erscheinen als die unsichtbaren, sich anhäufenden Kosten des Stillstands. Die Kosten der Untätigkeit zu Papier zu bringen korrigiert diese Asymmetrie: Der Status quo, der sicher wirkte, entpuppt sich als mit einem eigenen, steigenden Preis behaftet. Das ist meist die Spalte, die die Blockade löst.
How to do it
- Aufschreiben, was es dich kosten wird, genau so zu bleiben, wie du bist – nach 6 Monaten, 1 Jahr und 3 Jahren.
- Alle drei Dimensionen abdecken: finanziell, emotional und körperlich.
- Diese Summe mit dem nun begrenzten Worst Case des Handelns vergleichen.
Evidenz
Deckt sich mit etablierten verhaltensökonomischen Befunden zu Verlustaversion und Gegenwartspräferenz sowie mit der Tendenz, Unterlassung im Vergleich zu Handlung zu unterschätzen. Die Fear-Setting-Rahmung ist eine Praktikeranwendung dieser Ideen, keine getestete Intervention. (mechanistic)
Projizierte Kosten sind Schätzungen, keine Prognosen. Der Wert liegt darin, die Verzerrung hin zur Untätigkeit zu korrigieren, nicht in präzisen Zahlen.
Quellen
- Kahneman, D., & Tversky, A. (1979). Prospect theory: An analysis of decision under risk. Econometrica, 47(2), 263–291.
- O'Donoghue, T., & Rabin, M. (1999). Doing it now or later. American Economic Review, 89(1), 103–124.
- Ritov, I., & Baron, J. (1992). Status-quo and omission biases. Journal of Risk and Uncertainty, 5(1), 49–61.
- Samuelson, W., & Zeckhauser, R. (1988). Status quo bias in decision making. Journal of Risk and Uncertainty, 1(1), 7–59.
Häufiger Fehler
„Nichts tun“ als Nullkosten-Basisoption behandeln, obwohl Untätigkeit oft die höchsten Kosten aller Optionen trägt.
Übe das mit IX Coach
More practices for Fear-Setting, ganz praktisch
- Den schlimmsten Fall konkret definieren
Liste die schlimmsten Dinge auf, die passieren könnten, wenn du die Handlung durchführst – konkret, nicht vage.
- Planen, wie man jeden Worst Case verhindert
Schreibe für jeden Worst Case auf, was du tun könntest, um die Wahrscheinlichkeit zu senken, dass er eintritt.
- Planen, wie man jeden Worst Case repariert
Schreib auf, wie du dorthin zurückkehren würdest, wo du jetzt bist, falls der Worst Case trotzdem eintritt.
- Widrigkeiten vorwegnehmen (die stoische Wurzel)
Kurz und regelmäßig Verlust und Schwierigkeit im Voraus durchspielen, unabhängig von einer konkreten Entscheidung.
- Fear-Setting neben Zielsetzung laufen lassen
Fear-Setting nutzen, um das Hindernis zu lösen, dann Zielsetzung, um die Richtung zu definieren.