Mit sinnlichem Verlangen (kamacchanda) arbeiten

Wenn Verlangen oder Ablenkung durch angenehme Erfahrungen dich aus der Meditation zieht, nutze Anicca-Kontemplation, um die Vergänglichkeit des Begehrten zu sehen.

Why it works

Sinnliches Verlangen in der Meditation ist der Sog eines fesselnden Objekts (ein Gedanke, eine Erinnerung, eine antizipierte Freude), dem mit Begehren statt Gleichmut Aufmerksamkeit geschenkt wird. Anicca-Kontemplation — die vergängliche, unbefriedigende Natur des begehrten Objekts zu sehen — reduziert seinen Sog direkt, indem sie die Fehlwahrnehmung korrigiert, die das Verlangen lohnenswert erscheinen lässt.

How to do it

  1. Wenn du zu einem angenehmen Objekt gezogen wirst, halte inne, bevor du ihm folgst.
  2. Kontempliere kurz die vergängliche und bedingte Natur des Begehrten: "Wenn ich das bekäme, wie lange würde die Befriedigung anhalten?"
  3. Bemerke die Vedana-Qualität — "angenehmer Sog" — ohne ihm zu folgen.
  4. Kehre zum primären Objekt zurück und bemerke: "Verlangen... vergeht..."

Evidenz

Achtsames Bewusstsein von Verlangen (Urge Surfing) reduziert automatisches Folgen von Verlangen in Suchtkontexten. Der Mechanismus — das Verlangen als Beobachtungsobjekt statt als Handlungsanweisung zu halten — ist direkt anwendbar. (clinical)

Bowen et al. untersuchen Substanzverlangen; die Übertragung auf Meditationsablenkung durch Verlangen ist mechanistisch.

Quellen

Häufiger Fehler

Das Verlangen unterdrücken, was es zwingender macht — das Gegenmittel ist, es vollständig zu beobachten, nicht es wegzudrücken.

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