Generieren statt Passivität

Erzeuge den Inhalt selbst – vervollständige einen Satz, löse ein Problem, sage den nächsten Schritt voraus – statt ihn zu lesen.

Why it works

Der Generierungseffekt ist gut etabliert: Elemente, die Lernende selbst erzeugen, werden besser erinnert als gelesene Elemente, selbst wenn die generierten Elemente Fehler enthalten, die sofort korrigiert werden. Generieren erfordert aktiven Abruf von assoziiertem Wissen, erzwingt die Bildung neuer Assoziationen und erfordert tiefere Verarbeitung als Wiedererkennen. Die zusätzliche Verarbeitungsschwierigkeit – die wünschenswerte Schwierigkeit – ist es, die den Behaltensvorteil erzeugt.

How to do it

  1. Bevor du eine Definition liest, schreibe deine beste Vermutung, was der Begriff bedeutet.
  2. Bevor du eine Lösung liest, versuche die Aufgabe – auch nur teilweise.
  3. Bevor du eine Kapitelzusammenfassung liest, sage die Hauptaussage voraus.
  4. Vergleiche deine Generierung mit der richtigen Antwort; die Lücke ist das Lernen, unabhängig davon, wie unvollkommen deine Generierung war.

Evidenz

Der Generierungseffekt wurde von Slamecka und Graf (1978) etabliert und wurde umfangreich repliziert. Generierte Elemente werden über verschiedene Materialien und Lernendenpopulationen hinweg wesentlich besser erinnert als gelesene Elemente. Eine Metaanalyse von Bertsch und Kollegen (2007) bestätigte, dass der Effekt studienübergreifend robust ist, was Generierung als zuverlässigen statt beiläufigen Vorteil etabliert. (rct)

Generieren mit Fehlern kann manchmal Interferenz erzeugen, wenn falsche Information stark verfestigt und nicht sofort korrigiert wird; auf die Generierung sollte immer akkurates Feedback folgen.

Quellen

Häufiger Fehler

Die Definition lesen, bevor überhaupt ein Generierungsversuch unternommen wird – das liefert die Antwort im Voraus und verhindert die generative Verarbeitung, die den Gedächtnisvorteil erzeugt.

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