Markier-Audit und -Ersatz

Ersetze passives Markieren durch aktive Annotation, die Verständnis erfordert, um sie zu erzeugen.

Why it works

Markieren und Unterstreichen fühlen sich produktiv an, weil sie Aufmerksamkeit lenken und visuelle Auffälligkeit erzeugen. Aber Markieren erfordert nur das Erkennen von Wichtigkeit, nicht Enkodierung – du kannst einen Satz markieren, ohne ihn zu verstehen oder dich zu erinnern. Die Audit-Praxis verwandelt Markierung von einer passiven in eine aktive Aufgabe, indem sie den Lernenden zwingt, eine Randnotiz in eigenen Worten zu erzeugen, was Verarbeitung in der Tiefe erfordert.

How to do it

  1. Ersetze alles Markieren durch Randnotizen – aber die Notiz muss in deinen eigenen Worten sein, keine Abschrift.
  2. Für jede Notiz verlange, dass sie eine dieser Fragen beantwortet: „Warum ist das wichtig?“, „Womit hängt das zusammen?“ oder „Was würde ich jemandem sagen, der das nicht kennt?“
  3. Teste dich nach einer Sitzung nur anhand der Randnotizen, ohne den zugrunde liegenden Text erneut zu lesen.
  4. Wenn du eine Notiz nicht erklären kannst, war sie nicht tief genug – überarbeite sie, bis sie sich selbst erklärt.

Evidenz

Dunlosky et al. (2013) bewerteten Markieren als „geringen Nutzen“ für das Lernen und stellten fest, dass es passiv ist, kein Verständnis erfordert und genau deshalb weit verbreitet genutzt wird, weil es sich produktiv anfühlt, ohne Anstrengung zu verlangen. Elaboratives Notizenmachen wird höher bewertet. (observational)

Die Qualität der Annotation variiert enorm – flaches Wiederholen des Textes im Rand ist nur geringfügig besser als Markieren. Die Randnotiz muss echte generative Verarbeitung erfordern.

Quellen

  • Dunlosky et al. (2013), "Improving students’ learning with effective learning techniques," Psychological Science in the Public Interest

Häufiger Fehler

Eine Textpassage in den Rand kopieren, was leichter ist als Markieren und sich wie Elaboration anfühlt, während es kein tieferes Verständnis erfordert.

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